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26/02/2019 12:28 CET

Studie: Wer im Grünen aufwächst, wird mit deutlich geringerem Risiko psychisch krank

Auf den Punkt.

Jean-Jacques Halans / EyeEm via Getty Images
Studie: Wer im Grünen aufwächst, wird mit deutlich geringerem Risiko psychisch krank

Wald, Wiesen und Parks statt Häuserfassaden und Beton.

Wer als Kind viel Grün um sich herum hat, läuft später weniger stark Gefahr, eine psychische Erkrankung zu entwickeln.

Das bestätigt eine Studie dänischer Forscher. Warum Städte grüner werden müssen – auf den Punkt gebracht.

Die Studie im Detail: Studie: Ost-Bundesländer sind für Asylbewerber zehnmal

Für die im US-Wissenschaftsjournal “PNAS” veröffentlichte Studie haben Wissenschaftler der Universität Aarhus mit Hilfe von Satellitenaufnahmen aus den Jahren 1985 bis 2013 die Landschaft rund um die Elternhäuser von fast einer Million Dänen untersucht.

► Diese Daten wurden mit dem Risiko abgeglichen, im weiteren Lebensverlauf eine von 16 verschiedenen psychischen Erkrankungen zu entwickeln.

Das Ergebnis: In einem grüneren Umfeld aufgewachsene Kinder entwickeln laut der dänischen Studie im Laufe ihres Lebens seltener psychische Erkrankungen.

Wie die Forscher berichten, besteht bei umringt von Wäldern, Wiesen, Gärten oder Parks großgewordenen Menschen ein bis zu 55 Prozent geringeres Risiko für psychische Erkrankungen als bei denjenigen ohne solche Umgebung.

Warum Städte grüner werden sollen: Studie: Ost-Bundesländer sind für Asylbewerber zehnmal

Die Forscher sehen ihre Studienergebnisse als Beleg dafür, dass Städte grüner werden sollten.

► “Mit unserem Datensatz zeigen wir, dass das Risiko der Entwicklung einer psychischen Störung schrittweise abnimmt, je länger man von der Geburt an bis zum Alter von zehn Jahren von Grünflächen umgeben ist”, erklärte Studienleiterin Kristine Engemann.

► “Grünflächen sind in der Kindheit deshalb extrem wichtig.” Es sei nicht unbedingt schlecht, wenn man in einer Stadt aufwächst - solange Grünflächen um einen herum seien, erklärte Engemann.

Es gebe immer mehr Belege dafür, dass das natürliche Umfeld eine größere Rolle für die mentale Gesundheit spielt als bislang angenommen, so Engemann.

Dieses Wissen ist den Forschern zufolge nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil immer mehr Teile der Weltbevölkerung in Städten leben.

Warum das Leben in der Stadt einen Risikofaktor darstellt: Studie: Ost-Bundesländer sind für Asylbewerber zehnmal

Zu viele Menschen, zu wenig Kontakt: Auf diese Formel kann man die Lage in der Stadt herunterbrechen.

“Der gesundheitsrelevante soziale Stress entsteht aus meiner Sicht aus der Gleichzeitigkeit von sozialer Dichte im Sinne von Overcrowding und sozialer Isolation”, sagt der Stressforscher Mazda Adli von der Fliedner Klinik Berlin und der Charité.

► Wenn man zum Beispiel in einer engen Sozialwohnung lebe, wo man die Fernseher der anderen durch die dünnen Wände höre, die Nachbarn aber nicht kenne, dann fühle man sich nicht zugehörig.

► “Wenn dazu dann auch ein sehr geringes Maß an “environmental mastery” kommt - also dem Gefühl, die Umgebung unter Kontrolle zu haben - wird die Mischung toxisch.”

Mit Material von dpa.