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07/05/2018 12:31 CEST

Neue Studie: Junge Menschen haben immer später Sex – das ist der Grund

Forscher begleiteten 16.000 junge Menschen zwölf Jahre lang.

Elizabeth Fernandez via Getty Images
Die Generation Y lässt sich mit dem ersten Mal deutlich länger Zeit, als frühere Generationen, sagen die Forscher.
  • Britische Forscher haben herausgefunden, dass Jugendliche länger Jungfrauen bleiben.
  • Psychologen vermuten, dass es an einer Übersexualisierung der Gesellschaft liegt.

Optimistisch, leistungsorientiert, freiheitsliebend – mit der Generation Y werden viele Eigenschaften verbunden. Denn seit Jahren versuchen Forscher herauszufinden, was Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden, wirklich ausmacht.

Natürlich darf bei diesen Untersuchungen das Thema Liebe nicht fehlen.  

Wie stehen die sogenannten Millennials zu Intimität, Beziehung oder Familie?

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Forscher des “Next Steps”-Projekts, unter der Schirmherrschaft des “University College London”, konnten nun tiefere Einblicke in das Liebesleben der Millennials gewinnen. 

Sie fanden heraus: Die Generation Y lässt sich mit dem ersten Mal deutlich länger Zeit, als frühere Generationen. 

Jeder Achte hatte noch keinen Sex

Seit 2004 begleiten die Forscher das Leben von 16.000 Studienteilnehmern aus England, die zwischen 1989 und 1990 geboren wurden. Anfänglich führten die Wissenschaftler persönliche Interviews mit den Probanden durch, die zu Beginn der Studie zwischen 13 und 14 Jahre alt waren.

Anschließend erfolgten jährliche Befragungen bis zu einem Alter von 19 bis 20 Jahren. 

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Erst 2016 konnten die Studienführer erneut die mittlerweile 26-Jährigen zu ihrem derzeitigen Lebensstand befragen. Und dadurch ebenfalls nachvollziehen, wie sich die Millennials im Laufe der Jahre entwickelt haben. 

►Nun zeigt die Auswertung der Befragungen in puncto Liebe: Jeder achte Teilnehmer habe angegeben, im Alter von 26 Jahren noch Jungfrau zu sein.

Dies sei durchaus ein markanter Altersanstieg, schlussfolgerten die Forscher, da bei früheren Generationen gegensätzlich nur einer von 20 Befragten im selben Alter noch Jungfrau gewesen sei. 

Angst vor Intimität und Bloßstellung

Doch, wieso haben diejenigen immer später Sex, die eigentlich mit den Vorzügen des Online-Datings oder spezieller Dating-Apps großgeworden sind?

Laut Psychotherapeutin Susanna Abse kann das an einer Übersexualisierung der Gesellschaft liegen, wie sie dem Newsportal “The Sunday Times” mitteilte.

►“Millennials wurden in einer übersexualisierten Kultur groß, die zu einer Angst vor Intimität geführt hat.”

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In dieser Gesellschaft würde ein Bild vermittelt werden, in dem Frauen ständig zu Sex bereit wären – solange sie einen wunderschönen und trainierten Körper haben – und Männer dauerhaft eine Erektion haben würden, erklärte Abse “The Stunday Times” weiter.

►“Junge Männer fürchten sich davor, diesen Standards nicht gerecht zu werden und dann noch in ihren Facebook-Gruppen bloßgestellt zu werden.”

Und die Anzahl an Jungfrauen könnte sogar noch höher liegen, wie das Newsportal “The Telegraph” berichtete: Würden all diejenigen, die bei der Frage nach der Sexualität die Antwort verweigert hatten, als Jungfrau gewertet, hätte jeder sechste der Millennials noch keinen Sex gehabt. 

 

(ks)