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06/06/2018 12:31 CEST | Aktualisiert 07/06/2018 12:20 CEST

Studie zeigt: Die Ehe macht euch zu einem besseren Menschen

Nach den Flitterwochen bleibt nichts mehr beim Alten.

yehor via Getty Images
Dass die Länge der Beziehung vor der Ehe nur eine kleine Rolle spielte überraschte die Forscher.
  • Forscher haben rausgefunden, dass sich die Charakterzüge eines Ehepaares in den ersten eineinhalb Jahren der Ehe verändern.
  • Überraschenderweise spielen die Umstände vor der Ehe keine Rolle.

In guten wie in schlechten Zeiten – eine Ehe verändert einen Menschen grundlegend.

Laut einer neuen Studie der University of Georgia durchleben Paare in ihren ersten eineinhalb Ehejahren eine erhebliche Persönlichkeitsveränderung.

► Am auffälligsten: Beide Partner werden weniger kooperativ und haben weniger Übereinstimmungen, je mehr sie sich an das Eheleben gewöhnen.

Die verheirateten Paare sollten sich selbst beurteilen

Die Forscher haben 169 frischverheiratete heterosexuelle Paare beobachtet und zu verschiedenen Zeitpunkten mit ihnen über den Verlauf ihrer Ehe gesprochen:

Nach sechs Monaten, um den Zeitpunkt des ersten Jahrestags herum und nach 18 Monaten (da die Forschung eingeschränkt wurde, untersuchten die Forscher nur heterosexuelle Paare).

Bei jedem Treffen bat das Team die Paare, die sogenannten “großen Fünf” Charaktereigenschaften zu beurteilen: 

►  Weltoffenheit – wie sozial und kontaktfreudig ist eine Person.

►  Offenheit für neue Erfahrungen – wie intellektuell neugierig oder abenteuerlustig ist eine Person. 

► Pflichtbewusstsein – wie verlässlich und planungsorientiert ist eine Person.

Verträglichkeit – wie kooperativ oder mitfühlend ist eine Person.

Neurotizismus – wie ängstlich, depressiv oder wütend ist eine Person.

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Die Ergebnisse sind überwiegend positiv

Die meisten der Ergebnisse sind eine deutliche Bestätigung für die Ehe.

Insgesamt werden Ehemänner gewissenhafter, je mehr sie sich an ihre neue Rolle gewöhnen, und Ehefrauen werden weniger ängstlich, depressiv und wütend.

Auf der weniger rosigen Seite werden Ehemänner weniger extrovertiert – und beide, Ehemänner und -frauen, werden weniger kooperativ und mitfühlend.

Interessant ist, dass sich die Ergebnisse nicht unterscheiden – egal wie groß oder klein der Altersunterschied, wie die Demografie oder das vorherige Zusammenleben des Paares war.

Auch die Zufriedenheit in der Ehe oder das Vorhandensein von Kindern hatten offenbar keinen Einfluss auf die Ergebnisse.

► Dass die Länge der Beziehung vor der Ehe nur eine kleine Rolle spielte, überraschte den Forscher Justin Lavner.

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Die erste Phase der Ehe bringt überraschend viel Veränderung

“Ich denke, dass diese Ergebnisse belegen, dass das Heiraten eine aufregende Zeit für Paare ist. Aber auch eine Zeit, die erfordert, dass man sich an die neue Lebenssituation gewöhnen muss. Es ist eine Wechselbeziehung und in einigen Fällen muss man sich eingestehen, dass die Ehe nicht so ist, wie man es sich vorgestellt hat”, sagt Lavner, Assistenz-Professorder Psychologie der University of Georgia. 

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“Die Muster der Veränderung, die wir beobachtet haben, zeigen, dass es mehr um den Übergang zu einer Ehe selbst geht, als um andere Faktoren, wie beispielsweise das Älterwerden oder die Länge einer Beziehung”, sagt Lavner.

“Die frisch verheiratete Phase ist durch viel mehr Veränderungen gekennzeichnet, als wir zuvor angenommen haben.”

Der Text erschien ursprünglich in der HuffPost USA und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

(nc)