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25/05/2018 16:15 CEST | Aktualisiert 25/05/2018 18:03 CEST

US-Studie: Wie der Kampf gegen den Klimawandel die Welt reicher macht

Good News To-Go.

sarkophoto via Getty Images
Den Eisbären in der Antarktis schmilzt das Eis weg.

► Klimaschutz rettet nicht nur die Welt, sondern macht sie auch wohlhabender. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest Forscher der Stanford University in einer aktuellen Studie.

► Wenn die Beschlüsse aus dem Pariser Klimaabkommen konsequent durchgesetzt würden, sorgte das bis 2100 für einen ökonomischen Gewinn von mehr als 20 Billionen US-Dollar, schreiben die Wissenschaftler.

► Voraussetzung dafür: Die globale Durchschnittstemperatur dürfe sich bis zum Jahr 2100 um nicht mehr als 1,5 Grad erhöhen.

► Wenn sich der derzeitige Trend allerdings fortsetze und sich die globale Durchschnittstemperatur stärker erhöhe, könnten die Schäden durch den Klimawandel bis 2100 laut den Forschern zehn Prozent des weltweiten Einkommens ausmachen.

Wie genau die Rechnung funktioniert:

“Etwa 70 Prozent aller Länder, Heimat von 90 Prozent der Menschen, könnten vom strengeren Klimaschutz profitieren”, sagt Klimaforscher Marshall Burke von der Stanford University. Darunter sind einerseits Nationen wie die USA, China und Japan, aber auch viele der ärmsten Staaten der Welt.

In Europa würden den Forschern zufolge jedoch nicht alle Länder aus finanzieller Sicht profitieren. Deutschland beispielsweise könnte der Einsatz für die Begrenzung der globalen Erwärmung 12 bis 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes kosten.

Bereits vor zwei Jahren hat die Wissenschaftler-Gruppe um Burke eine in ihren Augen optimale Temperatur ermittelt, die den größten ökonomischen Erfolg für ein Land garantiere.

Demnach müsste die jährliche Durchschnittstemperatur bei 13 Grad Celsius liegen. Das sorge für eine optimale Produktivität. 

Da die Durchschnittstemperatur Deutschlands derzeit knapp über 10 Grad Celsius liegt, würde die Bundesrepublik nach dieser Logik von der globalen Erwärmung sogar wirtschaftlich profitieren.

Berechnet haben die Stanford-Forscher das auf Grundlage von Daten von 165 Ländern von 1960 bis 2010. Extreme Wetterereignisse, die seit 2010 gehäuft aufgetreten sind, sind allerdings in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

Was ihr noch zum Thema Klimawandel wissen müsst:

Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass sich das Weltklima bis zum Jahr 2100 um drei Grad Celsius erhöhen wird. Die Folgen wären katastrophal: Dürren, Tsunamis, Orkane und Überschwemmungen würden große Teile der Menschheit bedrohen. 

Um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, haben sich 195 Staaten im Rahmen des Pariser Klimaabkommens 2015 dazu verpflichtet, ihre CO2-Emissionen soweit zu reduzieren, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zwei, wenn möglich 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter nicht übersteigt.

Klimawissenschaftler verschiedener Universitäten sind überzeugt, dass eine Erwärmung von 3,5 Grad Celsius das Fortbestehen der menschlichen Zivilisation gefährden würde. Verbraucht die Menschheit weiter so viel Energie und produziert so viel Kohlenstoffdioxid, dann müsse sie mit ihrem Ende wohl im 22. Jahrhundert rechnen. 

(ll)