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22/04/2018 17:47 CEST | Aktualisiert 22/04/2018 18:31 CEST

Student hasst ausländischen Sitznachbar – eine kleine Geste ändert alles

"Ich habe nicht gesehen, dass er nur mein Freund sein wollte."

PeopleImages via Getty Images
Der Amerikaner Thomas hat seinen Banknachbarn nicht verstanden. (Symbolbild)
  • Ein Student aus dem US-Bundesstaat Ohio war von dem Verhalten seines ausländischen Banknachbarn genervt, der kaum Englisch sprach
  • Dann erkannte er eines Morgens, dass der Mann nur sein Freund sein wollte

Mit einer einfachen, freundlichen Geste lassen sich Sprachbarrieren schnell überwinden.

Der US-Amerikaner Thomas McFall hat das nach einer herzerwärmenden Begegnung gelernt, von der er auf seinem Twitter-Profil erzählt: Der Student berichtet, dass er seit Monaten in seinem Management-Seminar neben einem anderen Studenten gesessen hätte, der kaum Englisch sprach. 

Sein Sitznachbar hatte laut Thomas die Angewohnheit, jeden Tag vor dem Beginn des Seminars seine ganzen Habseligkeiten auf den beiden Plätzen des Tisches auszubreiten.

Immer wenn sich Thomas auf seinen Platz setzen wollte, sagte er dann in gebrochenem Englisch: “Oh, Thomas, du bist da. Okay.” Und fragte: “Bist du bereit fürs Seminar?” Danach wollte er Thomas ein High Five geben.

“Pack deinen Scheiß von meinem Platz!”

Thomas war genervt von seinem Banknachbarn. “Ich verstand es nicht, ich dachte immer nur: Du weißt doch, dass ich jeden Tag da sitze?! Pack einfach deinen Scheiß von meinem Platz. Und das letzte, was ich will, ist jemandem, der nicht mal wirklich meine Sprache spricht, andauernd um acht Uhr früh ein High Five geben.”

An einem Tag verspätete sich Thomas aber und stand noch kurz mit seinem Handy vor der Klasse, um eine Nachricht zu verschicken.

Dabei habe er gesehen, wie einer seiner Mitstudenten sich auf seinen Platz setzen wollte. Doch sein Sitznachbar sagte laut Thomas bestimmt: “Tut mir leid, mein guter Freund Thomas sitzt hier.”

Der Student erkannte: “Er hatte das alles nicht getan, um mich zu nerven. Er wollte den Platz einfach nur für mich freihalten. Ich war so mit mir selber beschäftigt, dass ich nicht gesehen hatte, dass er einfach nur mein Freund sein wollte.

Thomas lud ihn zum Essen ein

Er habe sich daraufhin schlecht gefühlt und seinen Kommilitonen zum Essen eingeladen. Trotz Kommunikationsschwierigkeiten fand Thomas heraus, dass der Mann aus dem Nahen Osten kommt und in Amerika studiert, um bessere Zukunftschancen zu haben.

Er arbeite neben dem Seminar in einem Vollzeitjob und schicke alles, was er an Geld ersparen kann, zu seiner Frau und den Kindern.

Auf die Frage, wie es ihm in den USA gefalle, habe der Mann gemeint, er vermisse seine Heimat sehr, sei aber glücklich, hier sein zu dürfen. Thomas erzählt, er habe anschließend das Essen bezahlt und wieder ein High Five bekommen.

Morddrohungen und Rassismus-Vorwürfe

Die Reaktionen auf seine Geschichte waren grundsätzlich positiv, wie er dem Online-Portal “Bored Panda” erzählt. Jedoch gab es auch negative Rückmeldungen: “Viele Menschen haben mich als Rassist dargestellt. Ein Vorwurf, der für mich völlig irrsinnig ist. Ich habe auch Morddrohungen bekommen. Aber ist ja alles nichts neues, wenn man weiß, wie das Internet so tickt.”

Aufgrund der negativen Meldungen konnte auch noch keine Initiative gestartet werden, um seinem Banknachbarn zu helfen, da Thomas vorerst anonym bleiben will.

Der Student verriet aber, dass sie immer noch gute Freunde sind.

(lm)