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13/03/2018 21:01 CET | Aktualisiert 13/03/2018 21:01 CET

Stromkosten: Einsparpotenzial im Alltag von A bis Z

Klimaschutz beginnt beim bewussten Umgang mit Energie. Durch neue Technologien und Verhaltensänderungen lassen sich schon drei Viertel des Energiebedarfs im Haushalt einsparen, ohne dass auf den gewohnten Komfort verzichten muss.

Büro

Je leistungsstärker der Computer, desto mehr Energie wird verbraucht. Eine Auflistung von energieeffizienten Bürogeräten ist hier www.office-topten.de zu finden. Zusätzliche Orientierung zum Energieverbrauch geben verschiedene Label. Der Energy Star kennzeichnet beispielsweise energiesparende PCs, Bildschirme, Drucker, Faxgeräte, Kopierer, Scanner und Multifunktionsgeräte. Auch das europäische Umweltzeichen, das TCO-Label oder der Blaue Engel weisen auf Energieeffizienz hin (Quelle: memolife).

Auch wenn ein Ladekabel gerade nicht lädt, sondern nur in der Steckdose steckt, verbraucht es unnötig viel Strom. Deshalb sollte es immer herausgezogen werden, wenn es nicht in Gebrauch ist.

Auch in längeren Pausen sollten die Geräte (mindestens Desktop) ausgeschaltet werden. Bei Computern wird im Bereitschaftsmodus ein Großteil der internen Elektronik abgeschaltet, kann aber schnell wieder aktiviert werden, um möglichst zügig das Weiterarbeiten zu gewährleisten. Der Rechner ist jedoch nicht vollständig abgeschaltet und verbraucht so weiter Strom, in der Regel zwei bis zehn Prozent des Normalverbrauchs. Beim Kauf sollte deshalb darauf geachtet werden, dass das Gerät einen 0,3 Watt- oder viel besser 0 Watt-Verbrauch im Stand-by-Betrieb aufweist.

Durch die Wahl eines effizienten Leuchtmittels wie beispielsweise einer LED-Lampe, können der Stromverbrauch und somit auch die Betriebskosten signifikant reduziert werden.

Bad

Im Bad sind die Waschmaschine, das Warmwasser und der Wäschetrockner die größten Energieverbraucher. Bettwäsche beispielsweise muss bei normaler Verschmutzung gar nicht bei 60 oder gar 90 Grad gewaschen werden (40 Grad erfüllen denselben Zweck). Das Vergleichsportal Netzsieger.de hat dazu eine übersichtliche Anleitung mit Tipps zum Wäschewaschen erstellt.

Wenn die Wäsche nicht an der Luft getrocknet werden kann und ein Trockner eingesetzt wird, sollte vorher gut geschleudert werden, denn Schleudern verbraucht viel weniger Energie als Trocknen.

Duschen ist wesentlich energiesparender als das Vollbad. Eine ausgiebige zehnminütige Dusche verbraucht 150 bis 170 Liter Wasser. Weniger lange zu duschen oder einen Sparduschkopf zu verwenden verringert den Wasserverbrauch erheblich. Durchlauferhitzer sind oft veraltet und bringen den Stromzähler zum Rasen.

Elektrogeräte

EU und Umweltschutzorganisationen haben durchgesetzt, dass beim Verkauf von handelsüblichen Haushaltsgeräten die Energieeffizienz deutlich dokumentiert werden muss. Durchschnittlich finden sich in jeder Wohnung 25 Geräte, die Strom benötigen. Wahre Stromfresser sind alte Elektrogeräte. Zu den Großverbrauchern im Haushalt gehören neben dem Kühlschrank der Elektroherd, der Gefrierschrank, der Kühlschrank, Durchlauferhitzer und Unterhaltungselektronik. Wer neue Geräte kauft, sollte stets eines aus der Kategorie wählen, die mit besonders wenig Energie auskommen. Nach Angaben von Umweltschutzorganisationen spart der Umstieg beispielsweise von einem Kühlschrank der Energieeffizienzklasse B auf einen mit dem Label A+++ im Durchschnitt jährlich 160 Kilogramm CO2 ein. Wenn die Neuanschaffung eines Elektrogeräts ansteht oder ein altes ausgetauscht wird, sollte darauf geachtet werden, ein Produkt der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ zu wählen.

Der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten sollte vermieden werden, denn hier werden erhebliche Strommengen verbraucht. Das konsequente Vermeiden von Stand-by bei Elektrogeräten spart im Haushalt durchschnittlich jährlich 220 Kilogramm CO2 und 100 Euro pro Haushalt ein. Der Kauf einer abschaltbaren Mehrfachsteckdose ist ein guter Anfang: Mit einem Handgriff können mehrere Geräte gleichzeitig abgeschaltet werden, und es wird kein unnötiger Strom im Stand-by-Betrieb bzw. Schein-Aus verbraucht.

Fernseher

Je heller der Fernseher eingestellt ist, desto mehr Energie braucht er. Die meisten Geräte sind vom Hersteller oft von Anfang an bei Helligkeit oder Kontrast viel zu hoch eingestellt. Beim Kauf sollte neben der Effizienzklasse auch auf Reparaturfähigkeit geachtet werden, denn in Sachen Umweltverträglichkeit ist eine Reparatur immer besser als Recycling.

Wer gern vor dem Fernseher einschläft, sollte sich angewöhnen, einen Sleeptimer zu stellen, damit sich das Gerät von selbst ausschaltet, anstatt es die ganze Nacht laufen zu lassen.

Heizen

Viele Menschen wissen nicht, wann sie ihren Heizkörper das letzte Mal entlüftet haben. Gerade nach den Sommermonaten sammelt sich viel Luft im Heizkörper an – folglich muss mehr geheizt werden, um den Raum auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Der Heizkörper sollte nicht zugedeckt werden, da so wertvolle Wärme verloren geht. Gute Dämmungen bieten ebenfalls großes Einsparpotenzial. Nachhaltig heizt man auch, wenn die Wohnung im Winter auf einer bestimmten Basistemperatur gehalten wird, anstatt die Temperatur immer wieder in die Höhe zu treiben. Außerdem sollten alte Fenster gegen neuwertige ausgetauscht werden, damit Kalte Luft nicht eindringen kann.

Küche

Der Elektroherd ist ein Stromfresser und sollte für kleinere Mengen kochendes Wasser gar nicht angestellt werden - ein Wasserkocher arbeitet wesentlich effizienter und liefert das für Kaffee, Tee oder beispielsweise Suppen benötigte kochend heiße Wasser schneller und sparsamer. Beim Kochen sollte zudem allgemein nach Möglichkeit immer ein Deckel auf Pfanne oder Topf (dadurch wird ein Drittel der Energie bereits eingespart).

Ein moderner Geschirrspüler spart mehr als die Hälfte an Wasser und Energie im Vergleich zum Abwasch von Hand. Es kann deshalb auch einen Tag gewartet werden, bis der Geschirrspüler eingeschaltet wird.

Beim Kühlschrank machen viele den Fehler, die Temperatur zu niedrig einzustellen und ein überdimensioniertes Modell zu wählen. Sieben Grad sind richtig, und pro Person reichen 50 bis 75 Liter Volumen, um Lebensmittel kühl zu halten.

Energie-Messgeräte

Der Einsatz eines Strommessgeräts kann dabei helfen, versteckten Verbrauchsquellen auf die Spur zu kommen. Zuverlässige Energie-Messgeräte, die den Energiebedarf im Haus ermitteln, sind schon ab 10 Euro erhältlich.

Stromanbieter

Eine zusätzliche Option ist der Wechsel des Stromanbieters. Der Gesetzgeber hat in Deutschland sichergestellt, dass Privatkunden im Normalfall mit kurzer Frist vom Grundversorger auf konkurrierende Anbieter für den Haushaltsstrom wechseln können. Damit wird zwar nicht direkt Strom gespart, aber es ist möglich, den Strom preiswerter und CO2-neutral zu erhalten. Beim Wechsel sollte darauf geachtet werden, dass die alternativen Energien TÜV-zertifiziert sind.

In Deutschland kann der Stromversorger frei gewählt werden - sowohl die großen Versorger als auch kleinere Anbieter haben Angebote, bei denen der Strom aus natürlichen Quellen wie Sonne, Wasser oder Wind erzeugt wird. Ökostrom ist heutzutage meist nicht mehr teurer als der durch Kohle, Gas, Atom oder Öl hergestellte. Einfach den Stromversorger oder den individuellen Vertrag wechseln hilft der Umwelt durch weniger CO2 bei der Stromerzeugung.

Ökostrom ist keine geschützte Produktbezeichnung, deshalb sollten die Angebote kritisch geprüft werden. Für die Ökobilanz bringt der Wechsel nur etwas, wenn Unternehmen ihre Erträge in den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Gütesiegel bieten auch hier Orientierung im Dschungel der über 100 Angebote. Strenge Kriterien legen Ok-Power, Grüner Strom Label und TÜV Nord an, etwa bezogen auf den jeweiligen Strommix und den Ausbau der erneuerbaren Energie. Sie garantieren zum Beispiel, dass mindestens die Hälfte des von Neukunden verbrauchten Stroms von Anlagen kommt, die die Anbieter selbst gebaut oder initiiert haben.

Weiterführende Informationen:

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Gut zu wissen... wie es grüner geht: Die wichtigsten Tipps für ein bewusstes Leben. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.