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09/07/2018 10:35 CEST | Aktualisiert 10/07/2018 09:35 CEST

Effektivere Solarenergie: Forscher entwickeln neue Photovoltaik-Zellen

Das könnte neuen Schwung in die regenerativen Energien bringen.

  • Eine neue Art von Photovoltaik-Zellen begeistert Forscher.
  • Sie soll deutlich effektiver sein als die Zellen, die jetzt auf den Hausdächern Sonnenlicht in Strom umwandeln.
  • Im Video oben mehr zum Thema: An vielen Tagen könnte der Strom kostenlos sein – trotzdem steigen Preise für uns.

Noch vor wenigen Jahren waren die Deutschen, man kann es wohl so sagen, elektrisiert von der Solarenergie. Sie schraubten sich Solarpanels aufs Dach, gewannen Strom aus Sonnenlicht. 

Für den Boom war nicht nur die Technik verantwortlich, sondern auch die Förderung, die es vom Staat gab. Mit der Zeit waren die Dächer voll, die Förderung sank, die Aufmerksamkeit auch. 

Höherer Wirkungsgrad

Jetzt kommt wieder Bewegung ins Thema: Denn Forscher haben Wege entdeckt, wie sie Solaranlagen bald wesentlich effektiver machen könnten.

Normalerweise wird in den Solarzellen das Halbmetall Silizium verwendet. Sie haben einen Wirkungsgrad von sieben bis 19 Prozent.

Seit einiger Zeit aber haben Forscher verschiedener Einrichtungen mit einer Art Salz experimentiert, das Sonnenenergie viel effektiver in elektrische Energie umzuwandeln vermag: Perowskit heißt das Salz. 

Warum Perowskit so gut wirkt

Das Spannende daran: Silizium verwandelt vor allem rotes Licht, das relativ wenig Energie besitzt, um. Perowskit dagegen kann auch das energiereichere grüne und blaue Licht umsetzen.

Zwar ist schon lange bekannt, dass Perowskit in der Photovoltaik nützlich sein kann, es verliert seine anfangs tollen Eigenschaften allerdings recht schnell.

Forscher präsentieren Zelle mit Wirkungsgrad von 25 Prozent

Inzwischen sind die Forscher aber so weit, dass sie Silizium und Perowskit so kombinieren können, dass daraus effektive Photovoltaikzellen entstehen könnten.

Im Juni hat das Helmholtz-Zentrum Berlin zusammen mit der Universität Oxford so eine Zelle vorgestellt. Ihr Wirkungsgrad beträgt nach eigenen Angaben mehr als 25 Prozent. Auch andere Forscher weltweit experimentieren mit der Kombination der zwei Materialien. 

Am Fraunhofer-Institut ist die Rede von Wirkungsgraden von über 29 Prozent.

Bis allerdings Solarpanels mit Perowskit auf deutschen Hausdächern Energie scheffeln, wird es noch dauern. In der “Süddeutschen Zeitung” warnen Fachleute, dass Perowskit sehr empfindlich auf Nässe und Sauerstoff reagiere – sprich, man muss erst noch gute Wege finden, die Idee alltagstauglich zu machen.

Derzeit kommen gut 18 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen in Deutschland aus Sonnenkraft.

(jds)