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18/04/2018 13:13 CEST | Aktualisiert 18/04/2018 14:26 CEST

Paartherapeuten: Wenn ihr über diese 7 Dinge streitet, ruft den Scheidungsanwalt

Bis zu diesem Punkt solltet ihr es nicht kommen lassen.

  • Vor einer Trennung häufen sich in einer Beziehung oft die Streitereien
  • Paartherapeuten haben uns verraten, über was Paare vor einem Beziehungsende besonders häufig streiten
  • Wenn ihr es gar nicht erst zu einer Trennung kommen lassen wollt, schaut euch das Video oben an

Keine Trennung ist wie die andere – aber die Streitereien, die Paare auf dem Weg dahin haben, ähneln sich.

Paar- und Ehetherapeuten verraten sieben Dinge, über die sich viele Paare  streiten, bevor sie ihre Beziehung beenden.

1 . Der “Es fühlt sich an, als wären wir nur Mitbewohner”-Streit

Eine Ehe kann nicht nur von Geburtstagssex leben: Auch wenn für viele Sex nicht an erster Stelle steht, ist es doch einer der wichtigsten Punkte für eine zufriedenstellende Beziehung.

Wenn der Sex also auf die hintere Herdplatte geschoben wird, ist der “Es fühlt sich an, als wären wir nur Mitbewohner”-Streit nicht weit entfernt, sagt Sari Cooper, Therapeutin aus New York und Moderatorin der Web-Show “Sex Esteem”.

“Der Partner, der sich beschwert, lässt die andere Person wissen, dass die erotische Spannung verdampft ist und dass der fehlende sexuelle Kontakt nicht mehr akzeptabel ist”, erklärt sie. “Wenn der zuhörende Partner nicht bereit ist, zusammen daran zu arbeiten, die erotische Verbindung zu erneuern, kann es gut sein, dass die Beziehung auf das Ende zusteuert.”

2. Der “Wir hätten niemals zusammen kommen sollen”-Streit

Paare in einer gesunden Beziehung erinnern sich normalerweise gerne an die Anfänge ihrer Beziehung. Wenn du eher dazu neigst die negativen Erinnerungen auszugraben (“Hey, erinnerst du dich an das eine Mal, als wir zwei Monate zusammen waren, und du vergessen hast, mich vom Flughafen abzuholen?”) ist das kein gutes Zeichen für eure Zukunft, sagt Kari Carroll, Ehe- und Familientherapeutin aus Portland.

“Wenn die positiven Erinnerungen verblassen, ist das ein Zeichen, dass die Partner sich auf der emotionalen Ebene voneinander distanzieren”, erklärt sie. “Sie schreiben die Vergangenheit um und überzeugen sich damit selbst davon, dass diese Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.”

Um die Beziehung zu retten, rät Carroll, sich selbst an die guten Zeiten zu erinnern – auch wenn das heißt, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und alte Fotoalben auf Facebook durchzuklicken.

“Das hilft, der Verlockung, die die negativen Gedanken ausüben, entgegenzuwirken und eine optimistische Perspektive einzunehmen”, sagt die Therapeutin.

3. Der “Tut mir leid, dass du so fühlst”-Streit

Wenn eine Entschuldigung Gewicht haben soll, sollte sie ehrlich sein. Wenn du deinem Partner nach einem hitzigen Streit sagst “Tut mir leid, dass du so fühlst”, degradierst du seine Gefühle und äußerst eigentlich nur eine nicht-entschuldigende Entschuldigung, erklärt Danielle Kepler, Therapeutin aus Chicago.

“Anstatt die Spannung zu mildern, wirkt diese Entschuldigung herablassend und verachtend”, erklärt sie weiter. “Wer sich für die Gefühle des Partners entschuldigt, zeigt damit nur, dass er den Standpunkt des anderen nicht versteht. Fehlgeschlagene Rettungsversuche sind ein weiteres Zeichen für eine unglückliche Zukunft.”

4. Der übertriebene “Du machst immer dies” oder “Nie machst du jenes”-Streit

Halte dich von pauschalisierenden Aussagen fern, wenn du dich mit deinem Partner streitest – “Nie lädst du mich ein, wenn du etwas mit deinen Freunden machst” oder “Immer muss ich den Abwasch machen”.

Es ist egal worum es geht, beschuldigende und verallgemeinernde Worte wie “nie” und “immer” führen zu Missgunst und großen, übertriebenen Streitereien, sagt Marni Feuerman, Ehe- und Familientherapeutin aus Boca Raton, Florida.

“Manche bemerken, dass sie diese extremen Ausdrücke verwenden und hören damit auf”, stellt die Therapeutin fest. “Andere fangen an zu glauben, dass es wirklich der Fall ist – ‘Er steht immer auf der Seite seiner Mutter, nicht auf meiner’, um ein Beispiel zu nennen. Das kann zu einer bösen Trennung führen.”

5. Der “Warum haust du immer ab, wenn wir streiten?”-Streit

Diese Aussage deutet an, dass einer der Partner eine Mauer aufbaut – ein grundlegender Fehler, sagt Feuerman. Das passiert, wenn eine Person so wütend wird, dass sie herunterfahren und sich aus dem Streit herausziehen muss.

“Wenn ein Partner nicht bereit ist, sich mit einem Konflikt auseinanderzusetzen und diesen zu lösen, kann das Problem eskalieren”, sagt die Therapeutin. “Manchmal ist die Person, die den Streit meiden will, einfach überfordert und muss die Gedanken erst einmal sortieren – allerdings sollte sie dann auch bereit sein, wieder das Gespräch aufzunehmen und das Problem zu lösen.”

Wenn ein Partner häufig dazu neigt, eine Mauer aufzubauen und Konflikte zu vermeiden, “kann es das Paar schnell auf den Weg der Trennung führen”, sagt Feuerman.

6. Der “Ich muss die ganze Hausarbeit machen”-Streit

Das Geschirr immer wieder im Waschbecken stehen zu lassen, schadet eurer Ehe mehr, als ihr glaubt: Laut einer Studie der University of Alberta sind Menschen in gleichberechtigten Beziehungen zufriedener und haben mehr Sex, als in Beziehungen, in denen die ihre Hausarbeiten nicht gerecht aufgeteilt sind.

Als Ehetherapeutin hat Carroll schon oft erlebt, wie diese Situation enden kann.

“Ich arbeite mit Paaren, deren Streitereien über den Haushalt sehr lange anhalten – bis sie ein schwerwiegenderes Problem ansprechen. Das bezieht sich dann meistens auf ein Ungleichgewicht in der Beziehung”, erläutert die Therapeutin.

“Menschen in ausgeglichenen Beziehungen haben währenddessen kein Problem damit, bestimmte Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Das liegt daran, dass der Kern einer romantischen Beziehung darin liegt, dass der andere dich wertschätzt und dich auf einem emotionalen Level versteht”, erklärt sie weiter. “Aufgaben untereinander aufzuteilen zeigt, dass man seinen Partner schätzt und sich um ihn kümmert.”

7. Der “Ich will nicht mehr streiten”-Streit

So paradox es klingen mag: Wenn Streitereien aufhören, ist das meistens ein Zeichen für eine beginnende Trennung, sagt Amy Begel, Ehe- und Familientherapeutin aus New York.

“Es ist wie eine symbolische emotionale Scheidung: Du bist emotional schon zu weit entfernt um dich darum zu kümmern”, sagt sie.

“Wenn ein Partner nicht mehr streiten möchte, hat er im Normalfall gemerkt, dass er vom Partner nicht mehr verstanden wird. Aber wenn man nicht über Probleme spricht, werden die inneren Konflikte nur schlimmer – und das ist der Punkt, an dem sich viele Menschen für eine Scheidung entschließen.”

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt.