POLITIK
01/08/2018 19:52 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 07:31 CEST

Streit eskaliert: USA verhängen Sanktionen gegen türkische Minister

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Anadolu Agency via Getty Images
US-Pastors Andrew Brunson wird von zwei Zivilpolizisten zum Hausarrest geführt. (Foto vom 25. Juli)

► Im Fall des in der Türkei inhaftierten und nun unter Hausarrest gestellten US-Pastors Andrew Brunson verhängt die US-Regierung Sanktionen gegen zwei türkische Minister.

► Betroffen seien Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders.

► Bei beiden Politikern werden die Vermögen in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen abschließen. 

Das wirft die Türkei Brunson vor:

Die US-Regierung beharrt darauf, dass Brunson unschuldig ist. Dem 50-Jährigen werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Brunson lebt seit mehr als 20 Jahren in der Türkei.

Er war Pastor an einer Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er im Oktober 2016 – wenige Monate nach dem Putschversuch in der Türkei – festgenommen wurde.

Im Dezember verhängte ein Gericht wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen Brunson, die in der vergangenen Woche wegen gesundheitlicher Probleme in einen Hausarrest umgewandelt wurde. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Haft für den US-Pastor.

Warum der Streit zwischen den USA und der Türkei eskalliert:

Brunson wird von Ankara als Faustpfand eingesetzt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte am Mittwoch erneut, dass sein Land Drohungen der USA, darunter auch Sanktionen, nicht akzeptieren werde. Erdogan warf den USA eine “evangelikale, zionistische Mentalität” vor.

Der türkische Präsident macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Er fordert von den USA die Auslieferung Gülens und hatte in der Vergangenheit auch einen Austausch mit Brunson angeboten.