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05/04/2018 13:21 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 11:52 CEST

USA: Mutter bekommt einen Strafzettel – es wird der beste Tag ihres Lebens

Ebony Rhodes und ihre vier Kinder schliefen sechs Monate lang in ihrem Auto.

  • Weil sie obdachlos waren, schliefen Ebony Rhodes und ihre vier Kinder sechs Monate lang in ihrem Auto
  • Dann holte sie ein Polizist von der Straße
  • Oben im Video sehr ihr eine ähnliche Geschichte – mit Happy End

Als die Polizisten ihren Führerschein sehen wollten, war Ebony Rhodes klar: Das geht nicht gut aus.

Und alles wegen eines abgelaufenen Parkscheins.

► Aufgelöst erklärte die Amerikanerin den Beamten, dass ihr Führerschein abgelaufen war. Und ihre Versicherung auch. 

Was Rhodes jedoch verschwieg: Sie und ihre vier Kinder waren zu diesem Zeitpunkt obdachlos und lebten seit sechs Monaten in ihrem Auto. 

Das war im Dezember 2017. 

Trotz Job: Rhodes und ihre vier Kinder lebten im Auto

Die Polizisten sahen sich gezwungen, Rhodes festzunehmen und ihr Auto zu pfänden. Eine Beamtin wurde dabei jedoch stutzig: Überall im Wagen fand sie Kleidung und andere Habseligkeiten, wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet.

Als sie die Frau darauf ansprachen, habe diese gestanden: “Das hier ist unser Zuhause.”

Denn trotz eines Jobs im Discount-Supermarkt Walmart verdiente die Alleinerziehende nach eigener Aussage nicht genug, um ihre Kinder zu versorgen und eine Wohnung zu bezahlen.

Mehr zum Thema: Ganze Familien werden obdachlos: Die Mittelschicht ist nicht mehr sicher

Die Geschichte sprach sich schnell rum im Polizeirevier von Atlanta, Georgia. Viele Beamte reagierten betroffen. Auch der stellvertretende Polizeichef Jeff Glazier. Das Schicksal der Familie ließ ihn nicht los. 

Also rief Glazier eine Bekannte an, die eine Obdachlosenunterkunft leitet, und verschaffte der Familie dort einen Schlafplatz. 

Ebony Rhodes konnte es zunächst nicht fassen. “Als er mir davon erzählte, brach ich in Tränen aus”, erinnert sich Rhodes im Interview mit CNN.

► Gerade in den Wintermonaten ist es sehr schwierig, ein freies Bett in einer Obdachlosenunterkunft zu finden, ganz zu schweigen von fünf. 

Doch Glazier wollte noch mehr tun. 

“Mir war von Anfang an klar, dass die Unterkunft nur eine kurzfristige Lösung sein kann.” Der Polizist sah sich nach einer Wohnung für die fünfköpfige Familie um – und wurde fündig.

Nach einigen Monaten in der Obdachlosenunterkunft hatte Ebony Rhodes genug Geld beisammen, um mit ihren Kindern in eine eigene Wohnung zu ziehen.

Jeff Glazier: Ein Engel in Uniform

Glazier betrachtete es als seine Pflicht, der alleinerziehenden Mutter zu helfen. Dem US-Lokalsender Channel 2 sagte er:

Wenn wir Ebony und ihre Kinder im Stich lassen, wäre das ein Versagen von unserer Seite”

“Es ist ja nicht so, dass sie nicht arbeiten will”, erklärte Glazier gegenüber CNN.

Im Gegenteil: Als er Rhodes zum ersten Mal getroffen habe, hätte sie sogar zwei Jobs gehabt, einen Vollzeitjob bei Walmart und einen Teilzeitjob – doch es reichte trotzdem nicht. 

► Rhodes Geschichte zeigt nicht zuletzt einmal mehr, dass das System eben nicht für alle funktioniert. Durch das soziale Auffangnetz rutschen immer wieder Menschen hindurch. 

Um sicherzugehen, dass die vierfache Mutter nicht erneut abrutscht, blieb Jeff Glazier mit ihr in Kontakt. Rhodes und ihre Kinder sagten gegenüber CNN, er sei ein Freund der Familie geworden. 

Und Glazier hat einen Spendenaufruf für Ebony Rhodes und ihre Kinder gestartet, “damit sie nie wieder Angst haben müssen, obdachlos zu werden.” 

(tb)