POLITIK
05/01/2018 08:44 CET

Österreichs Vize-Kanzler will Ausgangssperre für Flüchtlinge

Die Opposition spricht von einem "politischen Armutszeugnis".

JOE KLAMAR via Getty Images
Steht wie immer weit rechts: FPÖ-Chef und Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache.

Eine Forderung von Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sorgt für Zoff.

Das ist passiert: 

► Strache machte in einem Interview den Vorschlag: Flüchtlinge in Wien sollten künftig in Kasernen untergebracht – und womöglich auch mit einer Ausgangssperre belegt werden. 

► “Es ist ja bereits in der Vergangenheit darüber diskutiert worden, ob es nicht so sein soll, dass ab einer gewissen Abendzeit alle wieder in der Kaserne zu sein haben. Es braucht Ordnung, so lange es ein offenes Asylverfahren gibt”, sagte Strache im ORF.

Darum ist es wichtig:

Die neue österreichische Regierung der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ fährt einen harten Kurs in der Flüchtlingspolitik.

Im Koalitionsvertrag vereinbarten die beiden Parteien, dass Asylbewerber Bargeld abgeben müssen und ihre Handydaten von den Behörden ausgelesen werden.

Unklar aber ist, was Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vom Vorstoß Straches hält.

Mehr zum Thema: Neonazi als Vizekanzler? Das ist die rechtsextreme Vergangenheit von FPÖ-Chef Strache

Was ihr noch wissen müsst:

Der Vorstoß von Strache sorgte prompt für Streit. Der Wiener Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) giftete: 

Das Wort “integrieren” werde bei der FPÖ durch “internieren” ersetzt, zitiert die “Welt” den Politiker. 

Czernohorszky fügte hinzu: “Es ist ein unglaubliches politisches Armutszeugnis, wenn man gar nicht erst versucht, dass Menschen, die zu uns kommen, so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen, sondern sie einfach nur wegsperrt.”

(ben)