ELTERN
08/08/2018 11:44 CEST | Aktualisiert 08/08/2018 11:49 CEST

Stillende Mutter soll ihre Brust bedecken - und reagiert genau richtig

Die 34-Jährige zögerte nicht lange.

  • Die Amerikanerin Melanie Dudley stillte ihr Baby in einem Restaurant – ein Mann bat sie, sich zu bedecken.

  • Die Mutter beschloss, die Bitte absichtlich falsch zu verstehen. 

Egal ob zu Hause, beim Einkaufen oder im Restaurant: Mütter haben leider keinen Einfluss darauf, wann ihr Baby Hunger hat und gestillt werden muss. Für die meisten ist das Stillen ein natürlicher Prozess. Doch eine amerikanische Mutter musste im Urlaub eine andere Erfahrung machen.

Melanie Dudley aus Austin, Texas, stillte in der vergangenen Woche ihr Baby in einem Restaurant. Währenddessen kam ein Mann auf sie zu und bat sie, sich zu bedecken. Vermutlich meinte er ihre Brust, doch die Mutter entschloss sich dazu, diese Aussage falsch zu verstehen.

Die 34-Jährige zögerte also nicht lange, nahm ein Tuch und bedeckte ihren Kopf damit. 

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Es war eine spontane Idee

Das Foto landete auf Facebook, wo es eine Diskussion über das Stillen in der Öffentlichkeit auslöste. Inzwischen gibt es Reaktionen aus der ganzen Welt darauf.

Carol Lockwood, die das Bild auf der Plattform veröffentlichte, kennt die Mutter auf dem Bild nicht. Sie sei die Schwiegertochter eines Freundes, doch mit ihrer Erlaubnis habe sie das Bild geteilt. Sie habe es so satt, dass Frauen immer noch diskriminiert werden, wenn sie in der Öffentlichkeit ihr Kind stillen, schreibt sie in dem Beitrag.

Das Foto wurde auf Facebook inzwischen schon 63.000 mal geliked und sogar über 195.000 mal geteilt.

Dudley selbst erzählt gegenüber der Plattform “Yahoo Lifestyle”, dass diese Aktion spontan gewesen sei: “Ich war mit meiner Familie im Urlaub in Cabo San Lucas und ein Mann wollte, dass ich mich bedecke”, erinnert sie sich.

“Normalerweise bin ich diskret, aber wir saßen ganz hinten in dem Restaurant.”

Nach der Aufforderung des Fremden bat Dudley ihren Mann, ihr ein Tuch zu geben. Dann legte sie es über ihren eigenen Kopf und ihr Mann drückte auf den Auslöser, da ihn dieser Anblick wohl amüsierte.

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Stillen ist in allen 50 Staaten Amerikas erlaubt

Seit Juli 2017 ist es in allen 50 Bundesstaaten der USA rechtlich erlaubt, in der Öffentlichkeit zu stillen. Doch das Verständnis dafür ist offenbar noch nicht angekommen. Es gibt immer wieder Berichte, dass wegen stillenden Müttern sogar die Polizei gerufen wird.

Dudley ist glücklich, dass unter den über 16.000 Kommentare hauptsächlich positives Feedback zu finden ist, denn für sie ist es ein wichtiger Moment und eine Bestätigung für alle Mütter, die sich entschließen, in der Öffentlichkeit zu stillen.

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“Das Stillen ist schon schwer genug”, sagt sie gegenüber Yahoo Lifestyle. “Um dieses Problem müssen wir uns nicht auch noch kümmern.”

Die Reaktion des Mannes ist leider nicht bekannt, doch Dudleys Antwort war perfekt – besonders im Bezug auf die Weltstillwoche, die immer in der ersten Woche im August in Amerika und in Deutschland in der ersten Woche im Oktober stattfindet.

Mit dieser Kampagne wollen alle Organisationen, die das Stillen fördern – darunter auch die WHO und Unicef – auf den Schutz, die Förderung und Unterstützung des Stillens aufmerksam machen.

(glm)