ELTERN
22/06/2018 16:46 CEST

Mutter stillt ihre 4- und 7-jährigen Söhne noch: Das ist der traurige Grund

“Ich bemerkte, dass er sich anders benahm als meine anderen Kinder”

  • Die Australierin Lisa Bridger stillt ihre vier- und siebenjährigen Söhne immer noch. 
  • Der Grund: Sie leiden an Autismus – und lassen sich nur so beruhigen. 

Der kleine Chase aus Australien ist sieben Jahre alt. Sein kleiner Bruder Phoenix ist vier. Jeden Abend würden die beiden Jungs zu ihrer Mutter kommen und von ihrer Brust trinken

Es mag ungewöhnlich klingen, einen Siebenjährigen zu stillen, doch dahinter steckt ein trauriger Grund. 

Beim Stillen war er immer glücklich

Denn Chase und Phoenix seien Autisten – und könnten oft nur durch das Trinken an der Brust beruhigt werden. Das berichtete die britische Boulevard-Nachrichtenseite “Daily Mail”. 

“Ich bemerkte, dass er sich anders benahm als meine anderen Kinder”, erzählte die fünffache Mutter Lisa Bridger dem Newsportal über den siebenjährigen Chase. “Er wollte nicht im Kinderwagen angeschnallt sein, wollte nicht fest gekuschelt werden, aber war beim Stillen immer glücklich.” 

► Heute sei das nicht anders. 

“Er braucht einfach diese Sicherheit”

Autismus ist eine seelische Beeinträchtigung, bei der ganz normale Alltagserfahrungen zu unüberwindbaren Herausforderungen werden können. Autistische Kinder sind deshalb in der Öffentlichkeit oft überfordert – und reagieren dann hysterisch.

Genauso, wie Chase und Phoenix. In einer solchen Situation sollen sich die beiden durch das Stillen wieder beruhigen.

Meistens wolle der siebenjährige Chase auch vor dem Schlafengehen nochmal an die Brust seiner Mutter. “Es ist so süß”, sagte Bridger zur “Daily Mail”, “Er braucht einfach diese Sicherheit.”

Sie will es ihren Jungs abgewöhnen

Für das Stillen muss sich die Mutter jedoch oft rechtfertigen. Ärzte empfehlen schließlich, das Kind nach sechs Monaten langsam abzustillen. Nuckeln Sieben- und Vierjährige noch an der Mutterbrust, fällt das einigen Menschen negativ auf. 

“Online kann es schlimm zugehen”, erzählte Bridger dem Newsportal. “Die Menschen kommentieren wirklich alles: Dass sie eine Flasche haben sollten, dass es Missbrauch sei, dass es schlecht für sie sei.”

Dabei habe die Mutter wohl schon einiges versucht, um ihren beiden Jungs das Stillen abzugewöhnen. 

Sie habe ihnen einen Hund und zwei Katzen geschenkt, die sie beruhigen sollen. Auch Trampolin-Springen funktioniere gut. 

Diese alternativen Methoden können jedoch bis heute das Stillen nicht ganz ersetzen. 

(nc)