POLITIK
12/06/2018 13:46 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 14:20 CEST

Medienbericht: AfD-Sprecher Lüth soll seinen Lebenslauf geschönt haben

Christian Lüth wirft gerne anderen “Fake News” vor.

ullstein bild via Getty Images
Ein geschönter Lebenslauf könnte AfD-Sprecher Christian Lüth nun in Bedrängnis bringen.
  • AfD-Sprecher Christian Lüth soll unliebsame Stationen aus seinem Lebenslauf gestrichen haben.
  • So arbeitete Lüth unter anderem auch für ein FDP-geführtes Ministerium. 

Christian Lüth, Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, hat sich in der Vergangenheit gerne mal über die “Unglaubwürdigkeit der Altparteien” ausgelassen und ihnen “Fake News” vorgeworfen.

Neueste Enthüllungen des “Stern”-Magazins werfen nun aber die Frage auf: Wie ehrlich ist Lüth selbst?  

Dem Bericht zufolge soll er während seiner Tätigkeit bei der FDP, von der er 2013 zur AfD gewechselt war, kurzerhand unliebsame Stationen aus seinem Lebenslauf genommen haben.

Zwei wichtige Punkte fehlen

Das Fachmagazin “Politik & Kommunikation” (“P&K”) veröffentlichte Lüths Werdegang im April. Er wurde damals AfD-Fraktionssprecher.

Nach “Stern”-Angaben fehlten in dieser Darstellung allerdings zwei wichtige Punkte:

► 2011 war der stets akkurat auftretende Lüth eine kurze Zeit bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig.

► Anschließend wechselte er Anfang 2012 ins FDP-geführte Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Diese Position habe Lüth jedoch nicht lange inne gehabt, da seine Abschlussnote an der Freien Universität Berlin, wo er Politikwissenschaft studierte, zu schlecht gewesen sei. 

Kurz nach seiner Anstellung im BMZ heuerte er im Büro des FDP-Bundestagsabgeordnerten Hans-Werner Ehrenberg an – laut des in “P&K” veröffentlichten Lebenslaufes jedoch bereits 2010.

► Das Kuriose daran: Das Büro gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, wie der “Stern” berichtet. Die kurzen, offenbar unliebsamen Episoden bei der GIZ und beim BMZ ließ Lüth einfach weg – um seinen Lebenslauf “karrieretauglicher” zu gestalten?

Was sagen die Beteiligten zu den Enthüllungen?

Das “P&K”-Magazin teilte laut “Stern” auf Nachfrage mit, dass der heutige AfD-Sprecher ihm “schlicht die falschen Zahlen” geliefert habe.

Lüth habe auf eine entsprechende Anfrage nicht reagiert. In der Vergangenheit hatte er angegeben, dass seine damalige Nicht-Weiterbeschäftigung beim BMZ “politische Gründe” gehabt habe.

Das betroffene Ministerium habe nur mitteilen lassen, dass man sich “aus datenschutzrechtlichen Gründen” nicht zu einzelnen Personalentscheidungen äußere, wie der “Stern” erklärt. 

(mf)