POLITIK
13/07/2018 06:20 CEST | Aktualisiert 13/07/2018 09:11 CEST

Star-Ökonom Paul Romer will Migranten in neuen Städten unterbringen

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Feisal Omar / Reuters
Ein Auto bringt Verletzte in Somalias Hauptstadt Mogadischu in Sicherheit.

Paul Romer ist US-Amerikaner, Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Chefökonom der Weltbank. Im “Tagesspiegel” vom Freitag schlägt er vor, dass reiche Nationen neue Städte für Migranten errichten, entweder auf ihrem eigenen Staatsgebiet oder lieber noch in Entwicklungsländern.

“Ich stelle mir das so vor wie Hongkong unter britischer Herrschaft“, sagte Romer. Die Zuwanderer sollten dort Arbeit, Bildung und eine eigenständige Justiz unter der Verwaltung westlicher Staaten vorfinden. Es würde keine Demokratie, sondern eine Art Gouverneur geben, aber Gleichheit vor dem Gesetz.

Er glaubt, dass diese Städte innerhalb kurzer Zeit selbstständig funktionieren, “absolut erfolgreich” arbeiten und weitere Migranten anziehen würden. 

Wie Romer argumentiert: 

Er kritisiert, der Westen habe die weltweite Armut mit einer “falschen Strategie” bekämpft. Der Westen komme gegen die weltweite Armut nicht schnell genug an. Wenn man nur die Regierungen dort in ihrer Politik unterstütze, dauere es zu lange, bis Fortschritte erzielt würden. Deswegen zögen die Menschen fort.

Er geht davon aus, dass neue Städte in kurzer Zeit eigenständig funktionieren und als neue Ziele Migranten locken könnten. “Die Ressource sind die Zuwanderer selbst. Sie verwandeln die ,Freistadt’ in wenigen Jahren in eine absolut erfolgreiche Stadt.“

Was ihr noch wissen müsst: 

Romers Konzept klingt erst einmal utopisch und birgt immense Schwierigkeiten. Man müsste erst einmal einen Staat finden, der so eine Stadt akzeptiert, über die er keine Kontrolle hat. Die Stadt muss versorgt und geschützt werden. Es dauert, bis aus Bildung Profit wird ... 

Andererseits ist das Konzept im Prinzip hochkonzentrierte Entwicklungshilfe und Hilfe zur Selbsthilfe. 

Darüber nachzudenken, würde sich also sicher lohnen.