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17/12/2017 20:37 CET | Aktualisiert 18/12/2017 07:44 CET

Sprengsatz an Hamburger S-Bahnhof explodiert - keine Verletzten

Die Polizei hat derzeit keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund, fahndet aber nach dem Täter, auf den es Hinweise geben soll.

  • An einem Hamburger S-Bahnhof kam es am Sonntagabend zu einer kleinen Explosion
  • Wie ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen mitteilte, ging die Explosion von einem “Polenböller” aus
  • Die Polizei sucht nun nach dem Mann, der den Feuerwerkskörper dort in einer Tüte platziert haben soll

Am frühen Sonntagabend ist am Hamburger S-Bahnhof Veddel offenbar ein Sprengsatz explodiert. Die Polizei meldet eine “kleine Detonation” eines “mutmaßlich pyrotechischen Gegenstands” in einer abgestellten Tüte. Erst am Montagmorgen war klar: Es handelte sich um einen sogenannten “Polenböller”. 

Kein terroristischer Hintergrund

Nach einem Bericht der “Bild”-Zeitung ist gegen 17:35 Uhr ein Mann aus der Linie S3 ausgestiegen und hat eine Plastiktüte mit explosivem Inhalt abgestellt. Die Detonation soll kurz danach erfolgt sein. 

Nach Angaben der Polizei ist zwar ein Windfang beschädigt, jedoch niemand verletzt worden. 

Laut “Hamburger Morgenpost” sahen Zeugen Schrauben durch die Luft fliegen. Ob sie schon zuvor herumlagen oder als Geschosse in der Tüte waren, ist aber derzeit nicht bekannt.

► “Polenböller” sind in Deutschland illegal, da sie gegen die geltenden Sicherheitsstandards verstoßen. Sie besitzen eine deutlich stärkere Sprengkraft und können bei Fehlzündungen schwere Verletzungen verursachen. 

Die Polizei hat derzeit keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund, fahndet aber nach dem Täter, auf den es Hinweise geben soll. 

Bahnsteig lange gesperrt

Die die S-Bahn über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, stoppten Züge der Linie 3 bis etwa 22 Uhr nicht an dem Bahnhof. Die Strecke konnten sie aber weiter befahren. Die Polizei sperrte den Bahnhof weiträumig ab. 

 

Der Stadtteil Veddel und die gleichnamige S-Bahn-Station liegen direkt südlich der Hamburger Elbbrücken, den östlichen Einfahrtsrouten in die Stadt. Die Veddel galt früher wegen ihrer Anbindung an das Hafengebiet als traditioneller Arbeiterstadtteil, heute ist sie eher multikulturell, aber noch industriell geprägt. Hier leben rund 4700 Menschen. Rund 70 Prozent der Einwohner haben nach Angaben des Statistikamtes Nord einen Migrationshintergrund.

Mit Material von dpa.

(amr)