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08/08/2018 17:44 CEST | Aktualisiert 08/08/2018 18:58 CEST

Sperma soll helfen, Krebs zu heilen: Forscher entwickeln überraschende Methode

Es ist eine Weiterentwicklung der Chemotherapie.

Georgijevic via Getty Images

• Dresdner Forscher wollen künftig mithilfe von Sperma Gebärmutterhalskrebs heilen. 

• Im Labor gelang es ihnen, Krebs-Medikamente mittels Spermien direkt in erkrankte Bereiche zu transportieren. 

Etwa 1600 Frauen sterben in Deutschland jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs. Weitere 4700 erkranken daran.

Laut einer neuen Studie ist es einem Forscherteam aus Dresden nun gelungen, Krebs-Medikamente mit Hilfe von Spermien direkt in die Gebärmutter transportieren zu lassen. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift “ACS Nano” veröffentlicht. 

Der Vorteil dieser neuen Behandlungsmethode sei, dass die Spermien den Weg zur Gebärmutter kennen, in sie eindringen können und auf dem Weg dorthin kein gesundes Gewebe beschädigen. 

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Das Ergebnis der neuen Methode spricht für sich: 87 Prozent der Krebszellen konnten die Spermien innerhalb von drei Tagen vernichten.

Sperma könnte die Chemotherapie ersetzen

Bislang wurden Krebsmedikamente mit einer normalen Infusion verabreicht – die klassische Chemotherapie. Doch die starken Medikamente schädigten auch gesunde Zellen. Das Ergebnis sind extreme Nebenwirkungen. Das soll die neue Methode verhindern.

Noch ist sie nicht an Menschen getestet, sondern nur mit Rindersperma im Labor. Dabei beladen die Forscher die Spermien mit dem Medikament Doxotubicin, das zum Beispiel in der Chemotherapie gegen Brust- und Lungenkrebs eingesetzt wird. Den Spermien wird außerdem eine kleine Metallröhre angelegt. Dann treten sie ihre Reise zu den Krebszellen an, wo sie durch Magneten gesteuert gezielt die Medikamente abwerfen. 

Sollte sich die Methode auch beim Menschen durchsetzen, hoffen die Forscher, eine Vielzahl von weiblichen Unterleibskrankheiten damit behandeln zu können.

(ame)