POLITIK
27/03/2018 14:16 CEST | Aktualisiert 27/03/2018 14:20 CEST

Brexit-Skandal: EU-Gegner sollen illegale Spenden verwendet haben

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TOLGA AKMEN via Getty Images
Shamir Sanni und Christopher Wylie: zwei Whistleblower, die Cambridge Analytica mit dem Brexit in Verbindung bringen.

► Die Brexit-Kampagne Vote Leave soll über Umwege das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica bezahlt und damit gegen britisches Wahlrecht verstoßen haben. Das berichtete der Whistleblower Shahmir Sanni, der für Vote Leave gearbeitet hatte, in einem Interview.

► Laut Sanni habe Vote Leave auf 680.000 Pfund an die eigene Jugendorganisation BeLeave gespendet, um das in Großbritannien ausgewiesene Spenden-Limit zu umgehen. Statt BeLeave habe schließlich Vote Leave das Geld verwendet. 

► Die Summe sei an eine kanadische Datenanalyse-Firma weitergeleitet worden, die vor allem für die zuletzt in Verruf geratene Firma Cambridge Analytica gearbeitet habe.

 Mehr zum Thema: Cambridge Analytica: Wie eine dubiose Datenfirma weltweit Wahlen manipuliert

► Die Vorwürfe des Whistleblowers könnten nun den heutigen Ministern Boris Johnson und Michael Gove, die damals führende Positionen bei Vote Leave waren, Probleme bereiten. 

Warum die Vorwürfe gegen Vote Leave wichtig sind:

Cambridge Analytica steht gerade im Verdacht, durch unerlaubte Datenauswertung von Facebook-Usern das Ergebnis der US-Wahlen beeinflusst zu haben. Eine ähnliche Verbindung könnte nun dank des Skandals um Vote Leave zum Brexit gezogen werden. 

Werde das Verbrechen um die illegalen Spenden bewiesen, müsse man das Brexit-Referendum wiederholen, erklärte der Whistleblower Christopher Wylie, der die perfiden Methoden von Cambridge Analytica öffentlich gemacht hatte.

Was ihr über die Reaktion von Vote Leave auf die Vorwürfe wissen müsst: 

Whistleblower Sanni wurde von seinem Exfreund Stephen Parkinson am Wochenende als homosexuell geoutet. Parkinson arbeitete ebenfalls für Vote Leave und ist nun politischer Berater der Premierministerin Theresa May.

► “Eine reine Ablenkung vom eigentlichen Sachverhalt”, sagte Sanni zu dem Statement seines Ex-Freundes.

(jg)