POLITIK
06/03/2019 11:17 CET | Aktualisiert 06/03/2019 11:22 CET

"Markus Lanz": Bei diesem rührenden TV-Moment fehlten selbst Lanz die Worte

“Und wenn es Sie gerührt hat, mich rührt’s jetzt auch”.

 

  • Mit Giovanni di Lorenzo und Klaus von Dohnanyi nahmen diesmal nur zwei Gäste bei Markus Lanz Platz. 
  • Als die beiden Gäste ihre Mütter sprachen, kam es zu einer bewegenden Szene, die selbst Talkmaster Lanz zum Schweigen brachte. 
  • Oben im Video seht ihr die berührende Szene.

Mit dem ehemaligen Bundesminister Klaus von Dohnanyi (SPD) und “Zeit”-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hatte Markus Lanz am Dienstagabend nur zwei Gäste eingeladen.

Der eine hat Deutschland politisch gestaltet, der andere das politische Geschehen im Land über viele Jahre hinweg journalistisch begleitet und kommentiert.

Die beiden sprachen bei Lanz nicht nur über das politische Klein-klein dieser Tage, sondern warfen auch einen Blick in die Vergangenheit – in die Zeit, als der Nationalsozialismus schreckliches Leid über viele Familien brachte.

Sie erzählten von ihren eigenen Familiengeschichten. Von Dohnanyis Onkel, der bekannte Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, und sein Vater kamen während der Nazi-Zeit in KZs und wurden ermordet. Auch di Lorenzos Großvater, der Sozialdemokrat war, kam vorübergehend in ein NS-Arbeiterlager, schloss sich aber später selbst den Nazis an. 

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“Die Mütter sind es”

Als die Talk-Gäste im Laufe des Gesprächs über ihre Mütter zu sprechen begannen, kam es zu einer bewegenden Szene zwischen den beiden Männern.

“Ich muss aufpassen, da nicht gerührt zu werden“, sagte di Lorenzo während er vom Schicksal seiner Mutter berichtete.

Auch von Dohnanyi sprach über die Mütter und hielt fest: “Im Grunde genommen verdanken wir ihnen alles. Und wir haben es nicht wirklich zurückgegeben.”

“Und wenn es Sie gerührt hat”, fuhr von Dohnanyi an di Lorenzo gerichtet fort, “mich rührt’s jetzt auch”.

Und weiter: “Man kann nicht wirklich zurückgeben, was die Mütter für einen getan haben. Und unsere Mutter zum Beispiel, mit dieser Qual meines Vaters im KZ, hat dennoch nicht nachgelassen uns am Abend vorzulesen.”

Di Lorenzo kamen die Tränen und reichte von Dohnanyi die Hand, während dieser andächtig fortfuhr: “Die Mütter sind es”.

Bei dieser berührenden Szene fehlten selbst Markus Lanz einmal die Worte.

(ll)