NACHRICHTEN
22/04/2018 10:59 CEST | Aktualisiert 22/04/2018 14:02 CEST

SPD-Parteitag im Live-Stream: Wahl um Nahles und Lange online sehen

Andrea Nahles (47) gegen Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange.

  • Die SPD wählt eine neue Vorsitzende – zum ersten Mal kann es nur eine Frau werden
  • Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles gilt als Favoriten, die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange ist die Konkurrentin
  • Das Video zeigt, wie ihr Phoenix im Live-Stream sehen könnt

SPD-Sonderparteitag im Live-Stream: Die SPD wählt am Sonntag bei einem Sonderparteitag ab 11.00 Uhr erstmals in ihrer 155-jährigen Parteigeschichte eine Frau zur Vorsitzenden. Der Abstimmung in Wiesbaden stellen sich Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles (47) und die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (41).

Nahles gilt als Favoritin, Lange wirft ihr fehlende Basisnähe vor. In Parteikreisen wurde als Ziel für Nahles ein Ergebnis von 75 Prozent plus X genannt.

SPD-Sonderparteitag im Live-Stream 

Politikinteressierte können den Parteitag auch im Fernsehen und im Live-Stream verfolgen.

Zum einen überträgt die SPD ihren Sonderparteitag in Wiesbaden auch im Live-Stream. Ihr findet diesen auf der Homepage und als Facebook Live:

Zum anderen ist derNachrichtensender Phoenix bis Sonntagnachmittag vor Ort.

Einen kostenlosen Live-Stream findet ihr auf der Phoenix-Homepage:

► Phoenix im Live-Stream

Lange und die SPD

Lange forderte einen von der großen Koalition unbelasteten Neuanfang. Die SPD habe in den letzten Jahren so viele Wahlen verloren, “weil sie ihre Arbeit immer über die große Koalition definiert hat”, sagte die Flensburger Oberbürgermeisterin der Deutschen Presse-Agentur.

“Es gab immer eine Personalunion zwischen Regierungsbeteiligten und Parteivorsitzendem. Wir müssen das trennen, wir müssen der Partei ein Stück weit einen eigenen Kopf geben, der weder an Fraktion noch Regierung beteiligt ist.”

Als erstes Projekt wolle sie im Falle einer Wahl zur Parteivorsitzenden eine “180-Grad-Kehrtwende” bei den Reformen der Agenda 2010 und Hartz IV einleiten. “Wir müssen wegkommen vom Sanktionieren, hin zu einem System, das neue Anreize schafft.”

Am Rande der Vorstellung von Nahles und Lange im Vorstand vor dem Sonderparteitag wurden von beiden Seiten Vorwürfe erhoben. Aus der SPD-Spitze hieß es, sie habe wiederholt gelogen, etwa bei Vorwürfen, sie werde bewusst benachteiligt bei der Vorstellung ihrer Kandidatur.

Schließlich wurde beschlossen, dass sich beide 30 Minuten lang den 600 Delegierten vorstellen dürfen, Lange wird dabei als erste reden.

Es wird erwartet, dass auch der frühere EU-Parlamentspräsident und Parteichef Schulz in Wiesbaden reden wird. Spannend dürfte dann werden, ob er sich kritisch äußern wird zum bisherigen Bremsen der großen Koalition bei Europa-Reformen.

 

Beide Frauen sind nicht unbedingt beliebt

  • Lange versuche einen Konflikt, “die da oben, wir da unten” zu inszenieren und neue Unruhe zu schaffen, hieß es aus Parteikreisen.

  • Mit Spannung wurde das Wahlergebnis erwartet – Nahles ist bisher durch ihre mitunter polarisierende, den Konflikt nicht scheuende Art ohnehin kein Parteiliebling – auch bei den Bürgern.

2007 erzielte sie mit 74,8 Prozent bei der Wahl zur Vizevorsitzenden ihr bislang bestes Ergebnis.

Hintergrund ist das Wahlergebnis

Bei der Bundestagswahl waren die Sozialdemokraten auf 20,5 Prozent abgestürzt, gerade in Ostdeutschland ist die einstige linke Volkspartei von der rechtspopulistischen AfD überrundet worden.

Nahles hat einen umfassenden Erneuerungsprozess versprochen, parallel zur Regierungsarbeit in der großen Koalition. Die Parteispitze erhofft sich ein Aufbruchsignal. Von dem Delegiertentreffen müsse ein Startsignal ausgehen, "dass wir mit Volldampf in die Erneuerung gehen", hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und Vize-Vorsitzende, Malu Dreyer, am Samstag gesagt. 

SPD-Vize Manuela Schwesig sagte: "Die SPD muss wieder stärker werden auf Bundesebene. Wir können uns mit den derzeitigen Umfragen nicht zufriedengeben."

Es ist nach einem turbulenten Jahr der fünfte SPD-Parteitag in 13 Monaten. Nach dem unter großen Bauchschmerzen erfolgten Eintritt in die große Koalition war der umstrittene Vorsitzende Schulz zurückgetreten, kommissarisch übernahm SPD-Vize Olaf Scholz das Amt.