POLITIK
09/03/2018 11:58 CET

Ein Foto der Ministervorstellung der SPD zeigt den Zustand der Partei

"Finde Kevin Kühnert."

  • Am Freitag hat der SPD-Vorstand auf einer Pressekonferenz die GroKo-Minister verkündet
  • Ein Foto des Auftritts versinnbildlicht die Gräben innerhalb der Partei

Am Freitag um 10 Uhr vormittags hatte der kommissarische SPD-Chef Olaf Scholz das Vergnügen, die bereits vorab durchgesickerten Ministernamen der Presse zu bestätigen.

Eigentlich sollten zu diesem Zeitpunkt die SPD-Minister für das neue Kabinett von Angela Merkel (CDU) erstmals vorgestellt werden. Doch bereits am Donnerstag und am Freitagmorgen war die Verteilung bekannt geworden.

Juso-Chef Kevin Kühnert hatte daher noch am Donnerstagabend in einem Tweet gegen den Parteivorstand gestichelt. Wie er wohl die Pressekonferenz am Freitag wahrnahm?

Der Parlamentskorrespondent der “Rheinischen Post”, Jan Drebes, teilte auf Twitter ein Bild, das den Zustand der SPD an diesem Tag auf den Punkt brachte:

“Finde Kevin Kühnert”

Unten in der Lobby des Willy-Brandt-Hauses standen Olaf Scholz und Andrea Nahles und lächelten in die Kameras. Oben auf der Balustrade war Kühnert zu sehen – mit verschränkten Armen.

“Finde Kevin Kühnert”, schrieb Drebes dazu.

Die Sozialdemokraten betonen immer wieder, es gebe keine Spaltung in ihrer Partei – auch wenn der Vorstand für die Neuauflage der großen Koalition warb und die Jusos sich leidenschaftlich dagegen einsetzten.

Doch in den vergangenen Tagen sind die Gräben zwischen Parteijugend und Vorstand wieder einmal zutage getreten. Ob in dem Tweet von Kevin Kühnert, der sich über die Indiskretion der Parteispitze lustig machte.

Oder in einem Tweet der Jusos Sachsen, die mit der Ernennung der Minister nicht einverstanden sind.

Die Schlüsselministerien Finanzen, Arbeit und Äußeres gehen mit Olaf Scholz, Hubertus Heil und Heiko Maas allesamt an Männer.

“Erneuerung sieht anders aus”, heißt es auf dem Twitter-Account der Jusos Sachsen.

(mf)