POLITIK
12/09/2018 12:29 CEST | Aktualisiert 12/09/2018 15:56 CEST

SPD-Mann beleidigt im Bundestag die AfD – die stampft wütend aus dem Saal

"Hass macht hässlich. Schauen Sie in den Spiegel."

  • Der SPD-Politiker Johannes Kahrs hat im Bundestag die AfD in die Nähe von Rechtsextremen gestellt. 
  • Kahrs bezeichnete die AfD-Abgeordneten als hässlich – woraufhin diese wütend den Saal verließen. 
  • Im Video oben seht ihr Kahrs Rede und die Reaktionen der AfD.

War es ein Eklat? Oder eine AfD-typische Inszenierung

SPD-Politiker Johannes Kahrs hat im Bundestag am Mittwoch in der Generaldebatte mit den Rechtspopulisten abgerechnet. Kahrs bezeichnete die AfD erneut als rechtsradikal. 

“Rechtsradikale können spalten, sie können hassen, sie können an den Hass appellieren – und wenn sie dann einmal selber angesprochen werden, dann reagieren sie genau so”, rief Kahrs der AfD-Fraktion zu, die ihn mit wütenden Zwischenrufen bedachte.

Kahrs schimpfte weiter: “Hass macht hässlich. Schauen Sie in den Spiegel, dann sehen Sie, was diese Republik in den 20ern und 30ern ins Elend geführt hat.” Er erhielt dafür Applaus aus den Reihen von SPD und Grünen. 

Die AfD kämpfe gegen all das, was Deutschland zusammenhalte, sagte Kahrs. Währenddessen jedoch standen die ersten Abgeordneten der AfD bereits auf und verließen das Plenum

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Kahrs macht sich über abgehende AfD-Politiker lustig

Besonders die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel gestikulierte wütend Richtung Kahrs, schimpfte und stampfte sogar empört mit dem Fuß auf. 

Kahrs redete unbeirrt weiter: “Sie wollen 40 Milliarden für die Verteidigung ausgeben, aber nichts für die Rentner. Man kennt das, von Rechtsradikalen braucht man keine Lösungen zu erwarten.” 

► Kahrs rief den aus dem Saal laufenden AfD-Abgeordneten hinterher: “Wenn Sie jetzt noch gehen, dann kann man Ihnen nur einen Spruch noch zurufen ...” 

Da unterbrach jedoch Vize-Parlamentspräsident Hans-Peter Friedrich. “Liebe Kollegen, setzen Sie sich bitte wieder hin”, sagte der CSU-Politiker mehrmals. Doch die Abgeordneten der AfD schimpften nur in Richtung Kahrs und entschwanden dann Richtung Ausgang. 

Friedrich bat Kahrs weiterzureden. Und der machte sich weiter über die AfD lustig: “Man merkt doch, dass es im Bundestag sachlich zugehen kann – immer dann, wenn die AfD weg ist.” 

Kahrs wird für seine Aussagen gegenüber der AfD kritisiert

Kahrs verteidigte im Anschluss den Haushaltsplan der Bundesregierung. Nach der Rede des SPD-Politikers gab es jedoch Diskussionen.

Parlamentspräsident Friedrich kritisierte, dass Kahrs “eine solche Aggressivität” in den Bundestag gebracht habe. “Das wird für die zukünftigen Beratungen nicht zuträglich sein. Da möchte ich Sie wirklich bitten sich zu mäßigen, auch in der Zukunft. Das ist nicht in Ordnung”, sagte Friedrich.

Anschließend ergriff die SPD-Politikerin und Ex-Umweltministerin Barbara Hendricks das Wort.

“Ich halte es für befremdlich, wenn Sie dem Kollegen Kahrs vorwerfen, er bringe Aggressivität in dieses Haus”, sagte sie an Friedrich gewandt. “Und dass, während ich eine solche Äußerungen von Ihnen gegen Abgeordnete der AfD noch nie gehört habe.” 

► Während Hendricks sprach, kehrten die ersten Politiker der AfD wieder in den Saal zurück.

Friedrich verteidigte sich, noch bevor die Sitzung fortgeführt wurde: “Frau Hendricks, wer immer Aggressivität in dieses Haus bringt, wird von mir ermahnt. Und das habe ich in diesem Fall getan.”  

(mf)