POLITIK
11/06/2018 14:27 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 14:39 CEST

SPD analysiert Scheitern: "Es liegt vor allem an der politischen Führung"

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Ralph Orlowski / Reuters
Lars Klingbeil kommentierte den Bericht schonungslos.

Nach dem Debakel bei der Bundestagswahl hat eine umfassende Analyse der SPD eine Reihe von Fehlern und einen diffusen Kurs bescheinigt. “In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Sozialdemokratie zu einem Sanierungsfall geworden”, heißt es in der am Montag dem Parteivorstand vorgelegten Analyse.

► SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte am Montagmittag in Berlin: “Es hat vor allem mit der politischen Führung zu tun.” 

 

In dem Bericht heißt es, das Willy-Brandt-Haus sei nicht kampagnenfähig gewesen, nach dem Verzicht von Sigmar Gabriel übernahm Martin Schulz quasi von heute auf morgen 2017 die Kandidatur, ohne strategische Vorbereitung und wahlkampferprobten Apparat.

Darum ist der Bericht wichtig:

Die SPD hat bei der Bundestagswahl mit 20,5 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren.

“Die lange offen gelassene Kandidatenfrage war ein Kardinalfehler”, sagte einer der Autoren, der frühere Spiegel-Journalist Horand Knaup, am Montag in Berlin.

Zudem habe Taktik eine zu große Rolle gespielt. Positionen seien mit Rücksicht auf den Koalitionspartner, Autofahrer oder Gewerkschaften ständig verwässert worden. “Die Partei hat sich zu oft in eine Selbstfesselung begeben, die sie profillos machte”, so Knaup.