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13/03/2018 11:05 CET | Aktualisiert 13/03/2018 11:17 CET

Frau will von Sparkasse nur "Kundin" genannt werden – Urteil gefallen

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Eine Sparkassenkundin pochte auf die Ansprache als “Kundin” oder “Kontoinhaberin”. Daher verklagte sie ihre Sparkasse. (Symbolbild)

► Eine 80-Jährige Saarländerin hat die Sparkasse verklagt, weil sie in Formularen als “Kundin” oder “Kontoinhaberin” bezeichnet werden will. Denn sie sei schließlich – eine Frau – und damit kein “Kunde”. 

► Am Dienstag wies der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Klage ab.

► Laut Urteil erleiden Frauen keinen Nachteil, wenn sie als “Kunde” angesprochen werden, die Formularsprache darf männlich bleiben.

Mehr zum Thema: BGH: Seniorin verklagt Sparkasse – weil sie “Kundin” genannt werden will

Darum ist das Urteil wichtig:

► Hätte die Klägerin Recht bekommen, hätte die Bank über 800 verschiedene Sparkassen-Formulare umschreiben müssen – und mehr als 1600 Kreditinstitute in Deutschland hätten ein Problem bekommen. 

Schon in den Vorinstanzen war die Seniorin erfolglos gewesen.

Denn: Schwierige Texte würden durch die Nennung beider Geschlechter nur noch komplizierter, hieß das Argument des Landgerichts Saarbrücken.

Was ihr noch über den Gender-Streit wissen müsst:

Obwohl Marlies Krämer nun auch vor dem höchsten deutschen Zivilgericht unterliegt, will sie weiterkämpfen – und notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

“Ich sehe das überhaupt nicht mehr ein, dass ich als Frau totgeschwiegen werde”, hatte sie vorab verkündet.

► Für die Seniorin ist es nicht der erste Kampf dieser Art. In den 90er Jahren verzichtete sie so lange auf einen Pass, bis sie als “Inhaberin” unterschreiben konnte. Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs.

Mehr zum Thema: Sexismus: SPD-Frau Barley gibt Einblick hinter “Hart aber fair”-Kulissen 

(nmi)