POLITIK
20/02/2018 11:48 CET

In diesem spanischen Dorf kosten alle Mieten 15 Euro

Grund dafür sei der Bürgermeister, der das Dorf regiert.

  • Spanien kämpft immer noch mit Massenarbeitslosigkeit und Armut 
  • Im andalusischen Marinaleda laufen die Dinge jedoch anders: Jeder verdient das Gleiche und die Mieten kosten 15 Euro
  • Bilder der Stadt seht ihr oben im Video

Es klingt fast wie ein Märchen: In einem Dorf im von den Nachwirkungen der  Wirtschaftskrise gebeutelten Spanien hat jeder, was er braucht. Jeder verdient gleich viel, fast jeder hat Arbeit und Armut gibt es nicht.

Doch die Gemeinde Marinaleda in Andalusien existiert wirklich. Der Grund für ihren Wohlstand ist laut “Spiegel Online” der Bürgermeister Juan Manuel Sánchez Gordillo. Der regiere die kleine Gemeinde, nämlich kommunistisch. 

In den achtziger Jahren soll er eine Besetzung des Landes eines Madrid lebenden Aristokraten angeführt haben. Die andalusische Regierung enteignete den Grundbesitzer daraufhin.

Entstanden sei die Gemeinde Marinaleda, die knapp 3000 Bewohner in Form einer Kooperative selbst verwalten – offenbar mit Erfolg.

 “Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir in Vollversammlungen”

“Spiegel Online” zufolge verdient dort jeder Landarbeiter pro Tag 47 Euro – für sechs Stunden Arbeit. Wenn mehr gearbeitet wird, komme der Überschuss in einen Topf, mit dem die Infrastruktur instand gehalten und Gemeindeangebote eingerichtet werden.

So habe Marinaleda als eines von wenigen spanischen Dörfern ein eigenes Schwimmbad, ein Sportstadion und viele Grünflächen. 

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Gebaut wird in Selbstbeteiligung – von der Gemeinde bekommen Einwohner Bauland und Material, die Arbeitskräfte müssen selbst organisiert werden. 

Am Ende fallen für den Hausbesitzer pro Monat 15 Euro an – damit wird das Baumaterial 70 Jahre lang abbezahlt. 

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“Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir in Vollversammlungen”, erklärt der Bürgermeister laut “Spiegel”.

Die finde im Hinterzimmer einer großen Kneipe im Dorf statt, berichtet die “TAZ”. 

Das Leben in Marinaleda klingt einfach und gut

Die Bewohner dürfen dabei selbst festlegen, wie viel Steuern sie zahlen wollen und wofür sie ausgegeben werden, was angebaut und gekauft werden soll.

Das Leben in Marinaleda klingt einfach und gut. Dennoch habe Bürgermeister Sánchez Gordillo nicht nur Unterstützer, berichtet der “Spiegel”. 

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Hipólito Aires, ein Oppositionspolitiker in Marinaleder ist wohl einer davon. Er vertrete die Meinung, Sánchez Gordillo “klebe zu sehr an seinem Stuhl und lege sich die Wirklichkeit gern nach seinen Idealen zurecht”.

Die Verwaltung durch die Kooperative sei ohne Subventionen von der EU auch gar nicht machbar, sagt er laut “Spiegel”.