POLITIK
12/02/2018 14:43 CET

Warum Jens Spahn der lachende Dritte des GroKo-Chaos sein könnte

Einige in der CDU erhoffen sich mit ihm einen "personellen Neuanfang"

TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn.
  • In der CDU werden die Stimmen nach neuen Gesichtern im nächsten Kabinett von Angela Merkel laut
  • Kommt jetzt Provokateur und Hoffnungsträger Jens Spahn zum Zug?

Er könnte der lachende Dritte der chaotischen GroKo-Geburt werden: CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Für manche auch die Nachwuchshoffnung der Partei.

Weil immer neue Spitzen-Konservative einen personellen Neuanfang in der CDU fordern, fällt Spahns Name nun besonders häufig, wenn es um das künftige Kabinett von Angela Merkel geht. 

Gar zum CDU-Führungsnachwuchs zählt ihn der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch am Montag in einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Der Zeitung sagte er: “Die Parteiführung, und eben auch die Vorsitzende Angela Merkel, schulden den Wählern eine Antwort auf die Frage, welches die nächste Generation ist, die Verantwortung übernimmt.”

► Noch in der vergangenen Woche sah es so aus, als könnte Spahn zu den GroKo-Verlieren zählen. Zusammen mit Noch-Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Noch-Außenminister Sigmar Gabriel, die beim Ressortgeschache ebenfalls leer ausgingen.

► Dabei galt Spahn lange als heißer Kandidat für ein Ministeramt.

“Brauchen eine weitere Verjüngung”

Fakt ist jedenfalls, dass die Verteilung der Ministerien nun nicht mehr in Stein gemeißelt zu sein scheint wie nach der langen GroKo-Nacht.

Spahn ist im konservativen Lager der Partei sehr geschätzt. In einem Lager, das unter Merkel durch viele Täler der Tränen gehen musste. Hier machte er sich mit seinen streitbaren Äußerungen zur Integrations- und Flüchtlingspolitik beliebt.

Viele Aussagen von CDU-Politikern zum personellen Neuanfang in den vergangenen Tagen scheinen auf den 37-jährigen Spahn gemünzt zu sein.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte etwa, die CDU brauche, um nach außen einen Aufbruch darzustellen, neue Leute im Kabinett.

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JU-Chef Ziemiak, mit Kanzlerin Merkel

Sein Ziel sei es, “dass es eine weitere Verjüngung gibt”. Merkel habe die Chance, bei der Kabinettsbildung “für neue Gesichter zu sorgen”.

► Noch deutlicher wurde JU-Chef Paul Ziemiak.

“Ich sehe in dem bislang bekannt gewordenen Tableau keine echte Erneuerung für die CDU”, sagte er der “Bild am Sonntag”.

Ziemiak forderte: “Die Kanzlerin sollte den Mut haben, auch kritische Leute zu Ministern zu machen.”

Spahn als Wirtschaftsminister?

Klarheit über die Personalfragen müsse bis zum Sonderparteitag bestehen. “Es müssen Namen genannt werden. Nur so kann die Partei am 26. Februar guten Gewissens der Koalition zustimmen.”

► Und Philipp Amthor, jüngster CDU-Bundestagsabgeordneter, sagte der Deutschen Presse-Agentur:

“Für Konservative sind die derzeit kursierenden Ministernamen insgesamt sicherlich keine Traumbesetzung. Deshalb hoffen gerade viele Mitglieder aus unserer konservativen Parteibasis, dass sich auf dem Weg zum endgültigen Personaltableau noch Veränderungen ergeben.”

Und so könnte Spahn vielleicht doch noch ein Ministeramt ergattern, wenn Merkel mitspielt.

Mehr zum Thema: Wie ein 24-jähriger CDU-Politiker in Meck-Pomm die AfD besiegte - und was seine Partei von ihm lernen kann 

Die Ressorts Gesundheit und Bildung wurden ihm schon vor den GroKo-Verhandlungen zugetraut.

Dafür waren bislang Annette Widmann-Mauz, bislang Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, und Hermann Gröhe gehandelt. 

Seit Tagen kursiert in Berlin auch ein neue Option. 

So soll Peter Altmaier, bislang als Wirtschaftsminister gehandelt, nach Brüssel gehen und für Spahn den Weg frei machen.