POLITIK
12/08/2018 16:18 CEST | Aktualisiert 13/08/2018 09:14 CEST

"Sommerinterview": AfD-Chef Gauland hält Klimapolitik für sinnlos

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Fabian Bimmer / Reuters
Alexander Gauland

► Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat im ZDF-“Sommerinterview” Klimaschutz infrage gestellt. Das Interview wird an diesem Sonntagabend um 19.10 Uhr ausgestrahlt. Der Sender zitiert einige Statements vorab.

► Es gebe einen Klimawandel, sagte Gauland, doch dass der Mensch “dazu viel beitragen kann”, glaube er nicht. “Ich glaube nicht, dass man irgendetwas sinnvoll bewirken kann mit einer Klimapolitik.” Auch die Anstrengungen Deutschlands etwa bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes seien wenig effektiv: “Kein Mensch gibt etwas auf das Vorbild Deutschland.”

► Deswegen, zitiert das ZDF, wolle Gauland Klimaschutzorganisationen künftig nicht mehr unterstützen. “Wenn ich Zweifel habe, dass der Mensch wirklich entscheidend zur Veränderung des Klimas beiträgt, dann sind diese Organisationen auch nicht zielführend oder wirkungsmächtig.”

Was Fakt ist in Sachen Klimawandel:

Forscher weltweit haben nachgewiesen, dass die Menschen nicht für die komplette aktuelle Erderwärmung verantwortlich sind – aber für den größten Teil davon. Dass die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid zur Erderwärmung beiträgt, ist ebenfalls erwiesen

Je stärker und schneller die Erderwärmung verläuft, desto katastrophaler werden die Folgen sein.

Klimaforscher warnen daher seit vielen Jahren, dass unter anderem der CO2-Ausstoß so schnell wie möglich gedrosselt werden muss, um den Klimawandel noch irgendwie in den Griff zu bekommen.

Warum Gauland die Fakten ignoriert:

Als Akademiker muss Gauland wissen, dass er argumentativ keine Chance gegen die erdrückende Beweislage hat.

Aber Klimaschutz kostet zunächst einmal Geld und Anstrengung.

Und die AfD hat immer wieder Fakten geleugnet, verdreht oder ignoriert. Sie schürt damit Misstrauen gegen etablierte Strukturen in Politik und Wissenschaft. Und profitiert davon. 

(ll)