POLITIK
15/05/2018 21:40 CEST | Aktualisiert 15/05/2018 21:44 CEST

Sohn von AfD-Politiker Maier erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Vater

"In einem Deutschland, das mein Vater sich vorstellt, möchte ich nicht leben."

dpa
Der AfD-Politiker Jens Maier
  • Jens Maier zählt zu den rechten Hardlinern innerhalb der AfD.
  • Sehr offen hat sein Sohn nun zu Maiers Erziehungsmethoden ausgepackt – und sich von dessen politischer Einstellung distanziert.

Linke Demonstranten rufen Neo-Nazis, Rechtsextremisten und AfD-Politikern gerne entgegen: “Eure Kinder werden so wie wir.”

Die Realität hat nun den Slogan tatsächlich eingeholt. Das Paradebeispiel: Der Sohn des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Für einen Artikel von “Spiegel Online” hat sich Maximilian Maier in einem “Fuck AfD”-T-Shirt und mit einer Autogramm-Karte der Linken-Politikerin Katja Kipping fotografieren lassen.

“Gewalttätig, aufbrausend, cholerisch”

Der 20-Jährige hat mit seinem Vater gebrochen – einem Politiker, der noch viel weiter rechts als andere AfD-Abgeordnete steht, der Boris Beckers Sohn als “Halbn*****” beschimpfte und sich regelmäßig NPD-Parolen und Nazi-Vokabular bedient.

Maximilian Maier sagt: “In einem Deutschland, das mein Vater sich vorstellt, möchte ich nicht leben.” 

“Spiegel Online” erzählte der Student auch von der Erziehung seines Vaters, wie er in seiner der Kindheit mehrmals Opfer häuslicher Gewalt wurde.

“Mein Vater ist ein gewalttätiger Mensch, aufbrausend, cholerisch.” Maier habe Ohrfeigen bekommen und sei als Grundschüler so heftig mit einem Schuh verprügelt worden, dass er sich nicht mehr richtig habe bewegen können.

Döner sei “Gammelfleisch vom Islamisten”

Jens Maier bestreitet die schweren Vorwürfe: “Das ist so, wie es hier dargestellt wird, unwahr.” Der AfD-Politiker sagte zudem, er habe seine Kinder “vor allem christlich erzogen”.

Außerdem habe Jens Maier seinem Sohn Döner verboten. Die absurde Begründung: Das sei “Gammelfleisch vom Islamisten”. Der Politiker hat das laut “Spiegel Online” bestätigt. 

Sein Sohn sagt auch, dass sich das extrem rechte Weltbild seines Vaters in den vergangenen Jahren nicht verändert habe. Nun verbreitet es der AfD-Politiker weiter – nur eben öffentlich.