POLITIK
05/07/2018 18:55 CEST | Aktualisiert 06/07/2018 10:17 CEST

So fies tritt DFB-Teamchef Bierhoff gegen Özil nach

Top-News To Go.

► Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist seit mehr als einer Woche bei der WM in Russland ausgeschieden, die meisten Spieler sind bereits im Urlaub. Dennoch hat sich nun DFB-Teammanager Oliver Bierhoff über den bereits vielfach gescholtenen Mesut Özil kritisch geäußert

Oben im Video: Matthäus macht eigene Nationalmannschafts-Aufstellung – und demütigt Özil 

► In der Nationalmannschaft habe man bei den Spielern immer versucht, sie für eine – von Bierhoff nicht näher genannte – Sache zu überzeugen. “Das ist uns bei Mesut nicht gelungen”. erklärte Bierhoff im Interview mit der “Welt” auf die Frage, warum Özil als einziger nicht am Medientag im Trainingslager teilgenommen hatte.

► Bierhoff weiter: “Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet.” Auch hier bleibt der DFB-Teammanager wage. Unklar ist, ob er damit einen Rauswurf aus dem Kader meint oder nur, dass Özil bei den Spielen auf der Ersatzbank hätte Platz nehmen müssen.

Darum ist Bierhoffs Özil-Kritik wichtig:

Die beiden deutsch-türkischen Nationalspieler und Ilkay Gündogan hatten Mitte Mai den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen. Das Zusammenkommen löste in der Folge eine noch noch immer andauernde Debatte über das Verhältnis der Fußballer zu Deutschland aus

Bei Özil zeigte sich, dass das oftmals fremdenfeindliche und nicht sportliche Gründe hat, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: Özil lieferte mit sieben Torschussvorlagen, zwei davon resultierten in Großchancen, so viele wie kein anderer deutscher Nationalspieler im letzten und entscheidenden Match gegen Südkorea. Er hatte bei der Niederlage darüber hinaus die zweitmeisten Ballkontakte und Pässe im deutschen Team.

Was Bierhoff noch sagte:

Kurios: Im “Welt”-Interview verteidigt Bierhoff aber auch Özils Schweigen: Der Star-Spieler im Dienst von Arsenal London hätte, “was von ihm erwartet wurde, aus bestimmten und offensichtlichen Gründen so (...) nicht sagen können”. Welche Gründe das sind, sagt Bierhoff aber auch hier nicht. 

Gündogan habe sich öffentlich geäußert und sei trotzdem weiterhin hart kritisiert worden, bemerkte Bierhoff zudem.

(ben)