POLITIK
16/07/2018 11:42 CEST | Aktualisiert 16/07/2018 16:59 CEST

WM-Finale: So widerlich hetzt die AfD gegen Frankreich

"Europa gegen Afrika."

  • Frankreich ist stolz auf seine WM-Helden um Shooting-Star Kylian Mbappé.
  • Für einen AfD-Ortsverband war das Finale jedoch ein Duell zwischen Europa und Afrika. 
  • Im Video oben seht ihr, welche harschen Worte Kommentator Oliver Schmidt für Frankreich-Star Kylian Mbappé fand.

In Frankreich sind sie Helden. Für viele Rassisten bleiben die schwarzen Spieler der Équipe Tricolore aber immer eines: Afrikaner.

In einem Facebook-Post erklärte der AfD-Verband Offenbach das Duell im Finale der Fußball-WM am Sonntagabend zum Duell zwischen Europa und Afrika.

Für die Rechtspopulisten sind die schwarzen Spieler aus Frankreich um Shooting-Star Kylian Mbappé keine Europäer.

AfD-Verband Offenbach: “Finale Europa gegen Afrika”

► Politikwissenschafter Marcel Dirsus teilte einen Screenshot des mittlerweile gelöschten Beitrags und kommentierte: “Falls ihr noch Zweifel über die AfD in Deutschland habt: Sie sind eine weit rechts stehende, rassistische Partei.”

► “Bild”-Reporter Peter Rossberg hatte den Beitrag als erstes entdeckt. Er schrieb dazu: “Wenn ich am 27.7. einen von euch auf dem Bieberer Berg sehe, wie er Darwiche oder Firat zum Tor zujubelt, nehme ich es auf und stelle es ins Netz.”

► Bei den Kickers Offenbach spielen der Deutsch-Libanese Ihab Darwiche und der Deutsch-Türke Serkan Firat.

Hunderttausende feiern, die AfD sieht nur Krawalle

Manche AfD-Politiker gratulierten in den sozialen Netzwerken zwar Frankreich auch zum Titel. Der Landesverband Hessen – stellvertretend für kleinere Ortsverbände – konzentrierte sich dagegen auf die Ausschreitungen in Paris, Lyon, Marseille und Ajaccio nach dem Finale.

► “Selbst freudige Ereignisse wie der Gewinn einer Fußballweltmeisterschaft führen wie selbstverständlich landesweit zu Krawallen, Plünderungen und Straßenschlachten”, heißt es auf Facebook.

In der Hauptstadt wurde ein Mann nach einer Schlägerei schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Rund 30 junge Menschen plünderten zudem auf der Prachtstraße Champs-Élysées ein Geschäft, die Polizei vertrieb sie mit Tränengas. 

Zu Zusammenstößen von rund 100 zumeist jugendlichen Fans mit der Polizei kam es auch in Lyon. In Marseille wurden bei Auseinandersetzungen zwei Polizisten verletzt. In Ajaccio gerieten französische und kroatische Fans aneinander.

Hunderttausende Fans aber feierten friedlich ihre Nationalmannschaft.

(lm)