POLITIK
30/06/2018 08:58 CEST | Aktualisiert 30/06/2018 10:57 CEST

Snowden nennt Merkel "Enttäuschung für die ganze Welt" – und kritisiert Putin

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Im Video oben: Mit nur einem Wort verhöhnte Snowden bereits in der Vergangenheit die gesamte deutsche Regierung. 

► Der seit 2013 im russischen Exil lebende amerikanische Whistleblower Edward Snowden hat Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert – und bedauert, dass Deutschland ihm kein politisches Asyl gewährt hat.

► Der “Süddeutschen Zeitung” sagte er: “Wenn morgen ein russischer Whistleblower, sagen wir jemand aus der Putin-Regierung, bei Frau Merkel anklopfen würde, sie würde ihn adoptieren.” Wenn allerdings ein US-Whistleblower vor ihrer Haustüre auftaucht, sei diese Frage nicht beantwortet. 

Merkels Haltung der vergangenen fünf Jahre jedenfalls ist eine Enttäuschung, nicht nur für Whistleblower, hoffentlich nicht nur für Journalisten, nicht nur für Deutsche – sondern für die ganze Welt”, sagte Snowden.

Zudem der frühere Geheimdienstmitarbeiter die russische Regierung. “Die russische Regierung ist in vielerlei Hinsicht korrupt. Die Russen sind warmherzig, sie sind klug. Ihre Regierung ist das Problem, nicht das Vol.” Die Politik von Präsident Wladimir Putin könne er nicht gutheißen.

Darum ist die Nachricht wichtig:

Die US-Justiz will Snowden wegen Spionage und Diebstahl von Regierungseigentum den Prozess machen. Im Fall einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe. 

Snowden betont, er habe seine Geheiminformationen über die globalen Überwachungsaktionen des US-Geheimdiensts nur Journalisten übergeben, nicht aber mit nach Russland gebracht. Einen Anwerbeversuch durch den russischen Geheimdienst habe er zurückgewiesen.

Was ihr sonst noch wissen müsst:

Die Bundesregierung fürchtet eine schwere Belastung der Beziehungen zu den USA, falls Snowden nach Deutschland kommen würde.

Deshalb wurde er auch nicht als Zeuge im NSA-Untersuchungssausschuss (2014-2017) des Bundestages nach Deutschland eingeladen, wie dies die damalige Opposition aus Linken und Grünen forderte.