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01/06/2018 13:48 CEST | Aktualisiert 01/06/2018 13:48 CEST

Smarte Glühbirnen haben einen Haken!

Smart wohnen hat seinen Preis.

Mittlerweile hat die Digitalisierung deutlich weiter gestrahlt als man es sich vor ein paar Jahren hätte vorstellen können. Nicht nur technisch-typische Produkte wie der Computer, das Smartphone oder die Kamera entwickeln sich immer weiter und werden immer smarter. Viel mehr noch werden Alltagsgegenstände immer intelligenter und verändern so die Art wie sie funktionieren und erweitern ihren Wirkungsbereich: Waschmaschinen bestellen automatisch Waschmittel nach, der Rasenmäher mäht den Rasen 24h die Woche ohne, dass man einen Finger rühren muss und Jalousien schließen sich zu einer festgelegten Uhrzeit von alleine.

Vor allem aber dominieren smarte Glühbirnen den innovativen Technikmarkt und sind das populärste Gadget in der SmartHome Branche. So entwickelt Technikgigant Philips bereits seit mehreren Jahren die wohl bekanntesten smarten LED-Glühbirnen: Philips Hue. Die beiden anderen großen Player in der SmartHome Lichtbranche sind außerdem Ledvance und LIFX. Ledvance entstand ursprünglich aus der SmartHome Abteilung des deutschen Lichtkonzerns OSRAM und ist mittlerweile eigenständig und unabhängig. LIFX hingegen entwickelte sich nach der Gründung 2012 in den USA zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit wenn es um smarte Glühbirnen geht.

Smarte Glühbirnen werden trotz großem Interesse nur sehr wenig in deutschen Haushalten eingesetzt.

Alle drei Technikanbieter bieten dem Käufer kombiniert ein nahezu perfektes Produktangebot. Neben den normalen Glühbirnen und LED-Leisten, die per App gesteuert werden, hat jedes Unternehmen bestimmte Besonderheiten, die sie auszeichnen. LIFX baut in seiner Entwicklung beispielsweise sehr auf die direkte Kompatibilität der Lampen mit dem Internet und dem Smartphone ohne die Notwendigkeit einer Bridge und entwickelt Licht, welches Überwachungskameras unterstützen soll. Bei Philips Hue ist eine Bridge zwar zwingend notwendig, der Erwerb von Bewegungsmeldern oder anderen Schaltern ermöglicht aber eine besonders intuitive Integration des Systems in das Eigenheim. Lightify hingegen punktet besonders bei der Einbeziehung des Apple HomeKits und von ZigBee. Durch die etwas abweichenden Angebote hat der Kunde also eine große Bandbreite an sehr guten intelligenten Lampen oder Glühbirnen. Jedoch befindet sich diese fortschrittliche und bequeme Technik trotz großem Interesse erst in einem Bruchteil der deutschen Haushalte.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/647010/umfrage/umfrage-zur-attraktivitaet-von-smart-light-in-deutschland/
Ein Großteil der Deutschen findet Smarte Glühbirnen attraktiv.

Denn für einen großflächigen Gebrauch sind smarte Glühbirnen schlichtweg zu teuer. Obwohl 66% der Deutschen diese SmartHome-Technik sehr attraktiv oder eher attraktiv finden, sieht man sie doch sehr wenig in deutschen Haushalten. Knappe 50% der potentiellen Käufer entscheiden sich unter anderem gegen einen Kauf, da das Produkt zu teuer ist. So ist das Preisleistungsverhältnis von Philips Hue, LIFX oder Lightify zum momentanen Zeitpunkt noch nicht ausreichend damit der Otto Normalverbraucher ein solches Produkt kauft.

Die meisten potentiellen Käufer entscheiden sich auf Grund des Preises gegen einen Kauf.

Jedoch überrascht auch das nicht sondern ist nur ein Effekt, den bei technischen Neuerungen oft beobachten kann. Ob Computer, Smartphone oder elektrische Rasierer: jedes jetzt etablierte technische Hilfsmittel war bei seiner Erfindung im Vergleich zu anderen älteren Produkten deutlich überteuert. Und auch bei smarten LED-Glühbirnen kann man von einem angemessenen Abfall des Preises in den kommenden Jahren ausgehen. Für den Durchschnittsbürger empfiehlt es sich also noch ein paar Jahre zu warten um für einen fairen Preis von technischen Spielereien wie dem automatisierten Ausschalten der Lichter oder spektakulären Farbspielen zu profitieren.

Denn smart wohnen hat, zumindest heute noch, seinen Preis.