POLITIK
09/11/2018 15:52 CET | Aktualisiert 09/11/2018 21:30 CET

ZDF-Frau Slomka geht Scheuer nach Diesel-Gipfel an – der macht ihr ein Angebot

"Gehen wir beide doch zum Autohändler."

  • Verkehrsminister Andreas Scheuer präsentierte im ZDF-”heute journal” stolz den neuen Diesel-Kompromiss.
  • Moderatorin Slomka brachte Scheuer mit kritischen Fragen in Bedrängnis.
  • Die Szenen seht ihr oben im Video. 

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Vertreter der deutschen Automobilindustrie haben am Donnerstag fast fünf Stunden lang über die Diesel-Krise verhandelt – und haben einen Kompromiss gefunden. 

Dieser sieht vor, dass nicht nur die geplanten Umtauschaktionen für ältere Dieselfahrzeuge stattfinden sollen, sondern auch 3000 Euro pro Auto für Nachrüstungen ausgezahlt werden.

Nicht alle Autobauer sind allerdings mit dem Deal einverstanden, so zum Beispiel BMW. Der bayerische Automobilhersteller lehnt den Vorstoß ab.

Außerdem gilt das Angebot nur für Dieselautos in den am stärksten luftverschmutzten Städten.

Scharfe Kritik an der Lösung

Das Ergebnis der Verhandlungen hat also noch einige Unzulänglichkeiten. Trotzdem wollte Scheuer den Ausgang der Gespräche im ZDF-”heute journal” verteidigen.

Doch Moderatorin Marietta Slomka hatte einige unangenehme Fragen: Scheuer sei doch noch vor Kurzem gegen Nachrüstungen gewesen.

Woher kam also der plötzliche Sinneswandel?

Scheuer sagte daraufhin, dass es einen Koalitionsbeschluss gegeben habe, den er mit einem “erfreulich konkreten Ergebnis” umgesetzt hätte. Slomka kritisierte daraufhin, dass die angedachten Nachrüstungen Jahre dauern könnten.

Scheuer aber wies alle Schuld von sich und der Bundesregierung.

Schließlich würde niemand seiner Beamten im Keller des Verkehrsministeriums sitzen und Nachrüstungsteile zusammenschrauben. Das wäre die Aufgabe der Autobauer.

“Frau Slomka, dann gehen wir beide Mal zum Autohändler”

Der Moderatorin fragte daraufhin, wieso man dann nicht schon vor einigen Jahren reagiert hätte.

Scheuer kam dann erst nach einigen Sätzen zum Punkt: Vor ein Paar Jahren habe man noch nicht gewusst, wie die Genehmigungsverfahren ausgehen werden. Außerdem setze er sowieso eher auf Umtauschaktionen.

Auch dieses Argument ließ Slomka aber nicht gelten. Autofahrer, die sich zum Beispiel vor fünf Jahren einen neuen Dieselwagen gekauft hätten, würden mit einer Umtauschprämie von drei- bis viertausend Euro nicht weit kommen.

Scheuers Antwort: “Frau Slomka, dann gehen wir beide mal zum Autohändler und schauen, welche Möglichkeiten es da gibt.“

Die Moderatorin lässt allerdings nicht mit sich reden. Wer gerade für 30.000 Euro ein neues Auto gekauft hätte, könne sich jetzt nicht ein noch teureres kaufen.

(lp)