POLITIK
07/06/2018 19:37 CEST | Aktualisiert 08/06/2018 09:12 CEST

Sie hörten seltsame Töne: Mysteriöse Krankheit befällt US-Diplomaten in China

Auf den Punkt.

Thomas Peter / Reuters
Ein chinesischer paramilitärischer Polizist bewacht den Eingang der US-Botschaft in Peking.

Im US-Konsulat in der chinesischen Handelsmetropole Guangzhou im Süden des Landes spielen sich derzeit mysteriöse Dinge ab.

Wie die “New York Times” berichtet, wurde ein Diplomat vor einigen Wochen von seltsamen Krankheitssymptomen befallen – nun sei ein weitere Mitarbeiter der Einrichtung, ein Sicherheitsoffizier, aus den gleichen Gründen evakuiert worden.

Schon 2016 waren in der kubanischen Hauptstadt Havanna 24 US-amerikanische Botschaftsbedienstete von einem vergleichbaren Fall betroffen gewesen.

Was genau hinter den Vorfällen steckt und ob es sich dabei gar um einen gezielten Angriff handeln könnte – auf den Punkt gebracht.   

Was genau geschehen ist:

► Die Betroffenen in sowohl in China als auch in Kuba hätten “ungewöhnliche Geräusche” wahrgenommen, schreibt die “New York Times”.

► In der Folge hätten sie zum Teil einen “ungewohnten Druck” oder Vibrationen verspürt, gefolgt von Symptomen wie Tinnitus, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Laut Medizinern drohe ihnen schlimmstenfalls sogar der dauerhafte Verlust des Gehörs.

► Nach Aussage des US-Außenministeriums befinde sich derzeit ein Ärzteteam in Guangzhou, um die rund 170 diplomatischen Mitarbeiter und ihre Familien zu untersuchen. Mehrere Personen sollen zudem in den kommenden Tagen in die USA ausgeflogen werden, um sie dort eingehender zu behandeln.

Was hinter den Vorfällen stecken könnte:

► Laut “New York Times” seien bereits erste Verdächtigungen aufgekommen, ob nicht etwa China oder Russland hinter diesen bislang ungeklärten Vorfällen stecken könnten. 

► Doch bislang gäbe es nur Vermutungen, was die rätselhaften Krankheiten ausgelöst haben könnte, berichtet auch der “Spiegel”

► Demnach könnten die Diplomaten möglicherweise Opfer von akustischen Angriffen mit sogenannten Schallwaffen geworden sein – dies wurde bereits nach den Vorkommnissen in Kuba gemutmaßt. Der “Spiegel” brachte aber schon damals auch mögliche Umwelteinflüssen ins Spiel.

wonry via Getty Images
Das US-Konsulat im chinesischen Guangzhou wird aktuell von mysteriösen Krankheitsfällen heimgesucht.

Was die USA sagen:

► US-Außenminister Mike Pompeo sagte der “New York Times”, die Symptome der Betroffenen in Havanna und Gunagzhou seien “sehr ähnlich” – es sei jedoch unklar, ob stets dieselbe Ursache vorliege. 

► Aus diesem Grunde sei eine Sondereinheit zur Untersuchung der Vorfälle eingesetzt worden. 

Auf den Punkt:

Im US-Konsulat im chinesischen Guangzhou wurden jüngst zwei Mitarbeiter von mysteriösen Krankheitssympomen befallen – nachdem sie “ungewöhnliche Geräusche” vernommen hatten.

Da es auch in der US-Botschaft in Kuba 2016 zu ähnlichen Vorfälle gekommen war, gibt es die Vermutung, dass es sich um einen gezielte Angriffe seitens Russlands oder Chinas mit sogenannten Schallwaffen handeln könnte. Offiziell haben die USA bisher keine Ursache benannt.