ELTERN
13/12/2017 14:09 CET | Aktualisiert 13/12/2017 20:05 CET

Lehrer im Saarland senden verzweifelten Hilferuf an Regierung

"Sie bedrohen uns mit Messern."

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Lehrer haben keinen leichten Job. 

Lehrer haben keinen leichten Job. Sie tragen viel Verantwortung, sollen junge Menschen bilden und sie stark für das Leben machen. 

Dieser Verantwortung sind sich die meisten angehenden Lehrer vermutlich bewusst, wenn sie das erste Mal einen Schulhof betreten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie den Beruf überhaupt gewählt haben.

Was derzeit allerdings Lehrer an der Saarbrückener Gemeinschaftsschule Bruchwiese auf sich nehmen müssen, übersteigt bei weitem, was einem Lehrer normalerweise abverlangt wird.

Denn dort müssen sich Lehrer vor den gewalttätigen Übergriffen ihrer Schüler schützen.

Die Lehrer fühlen sich nicht mehr sicher

Laut einem Bericht der “Saarbrücker Zeitung” habe es mehrere Übergriffe mit einem Messer gegeben, einmal sei Pfefferspray eingesetzt worden. “Einem Schüler wurde der Arm gebrochen. Mehrfach musste die Polizei anrücken”, schreibt die Zeitung. Sogar Eltern seien schon übergriffig geworden. 

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Die Lehrer fühlen sich nicht mehr sicher. Deswegen haben sie einen Brandbrief an die Landesregierung verfasst. “Viele Kolleginnen haben Angst, bestimmte Schüler zu unterrichten”, heißt es darin.

Der Brief habe den Saarländischen Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) und die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bereits im Juni erreicht, schreibt die “Saarbrücker Zeitung”. Seither habe sich jedoch nichts verbessert.

Der Anteil der Schüler nichtdeutscher Herkunft liegt bei 86 Prozent

Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an ihrer Schule sei auf 86 Prozent gestiegen, heißt es laut der Zeitung in dem Brief. Außerdem unterrichten die Lehrer viele förderbedürftige Kinder und Jugendliche.

Diese Umstände, so klagen die Lehrer, erschwerten den Schulalltag ungemein, vor allem weil sie “in personeller, materieller, sächlicher und räumlicher Hinsicht” nicht ausreichend ausgestattet seien.

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Der Fall erinnert stark an die Rütli-Schule in Berlin. Das Kollegium dort hatte 2006 einen ähnlichen Brandbrief verfasst, der für viel Aufsehen sorgte. Seither habe sich an der Berliner Schule jedoch viel verbessert, schrieb der “Tagesspiegel” bereits vor einem Jahr.

Hoffentlich hat der Hilferuf aus Saarbrücken den gleichen Effekt.

(lk)