GOOD
22/02/2018 16:26 CET | Aktualisiert 22/02/2018 16:27 CET

Wie die Seychellen mit einem einzigartigen Deal den Ozean schützen wollen

Auf den Punkt gebracht.

Serge_Vero via Getty Images
Eine Gruppe Delfine vor der Küste der Bird Island, Seychellen.

Für viele Menschen muten die Seychellen paradiesisch an. Doch die Republik im indischen Ozean kämpft mit den dramatischen Folgen der Erderwärmung.

Um die Tierwelt im Ozean zu schützen, ist die Regierung der Seychellen einen einzigartigen Deal mit einer Naturschutzorganisation eingegangen. Der Plan wird auch von Prominenten unterstützt, darunter Hollywoodstar Leonardo DiCaprio.

Der innovative Deal der Seychellen auf den Punkt gebracht.

Die Lage: 

Bereits 2016 hat die seychellische Regierung eine Vereinbarung mit der US-Naturschutzorganisation The Nature Conservancy (TNC) getroffen.

Die NGO kaufte den Seychellen rund 22 Millionen US-Dollar Schulden ab und ermöglichte dem Land, die Schulden mit niedrigeren Zinsen und über einen längeren Zeitraum zurückzuzahlen als bei den ursprünglichen Gläubigern.

► Im Gegenzug soll die Inselrepublik mit dem neuen finanziellen Spielraum 30 Prozent seiner Gewässer schützen, in der Hälfte der Fläche soll Fischerei verboten werden.

Dieser “Schuldentausch” zum Zwecke des Umweltschutzes ist ein einzigartiger Vorgang weltweit.

Warum der Deal so wichtig ist:

► Die Korallen-Riffe im indischen Ozean sind durch die Erwärmung des Meerwassers besonders bedroht. 2016 bleichten große Teile der Korallen durch die höhere Wassertemperatur aus, berichtet der “Guardian”. Die Korallenbleiche führt zum Absterben der Organismen.

“Die größte Änderung ist der Klimawandel”, sagte Meeresforscher David Rowat der britischen Tageszeitung. Seit einer massiven Korallenbleiche im Jahr 1998 seien auch viele Clownsfische – berühmt durch den Disney-Film “Findet Nemo” – dauerhaft verschwunden, berichtet er.

Doch auch Überfischung und die Jagd auf Delphine bedrohten die Artenvielfalt in der Region, berichtet der “Guardian” weiter.

Was die Regierung der Seychellen vorhat:

 Die Seychellen haben nun diese Woche zwei große Meeresparks geschaffen, berichten der “Guardian” und die britische Tageszeitung “The Telegraph”. Die Meeresparks umfassen eine Fläche, die drei Mal der Größe Bayerns entspricht.

 In diesen Arealen ist Fischen nicht gänzlich verboten, allerdings ist das Benutzen von Vorrichtungen untersagt, mit denen große Schwärme eingefangen werden können.

 Die geschützte Fläche beträgt nun 15 Prozent der Gewässer der Seychellen – Ziel sind 30 Prozent. Vor dem Deal mit der NGO betrug die geschützte Fläche gerade einmal 0,04 Prozent, sagte eine Managerin der Naturschutzorganisation dem “Guardian”

Das müsst ihr außerdem wissen: 

Die NGO TNC hat zudem fünf Millionen US-Dollar an Spenden eingesammelt, um die Schulden der Seychellen schneller abbezahlen zu können. Die Stiftung von Schauspieler Leonardo DiCaprio steuerte alleine eine Million US-Dollar bei.

DiCaprio sagte britischen Medien über sein Engagement: “Diese Schutzmaßnahmen bedeuten, dass alle Spezies, die in den Gewässern leben oder sie durchqueren, besser vor Überfischung, Umweltverschmutzung und dem Klimawandel geschützt sind.”

In der Bevölkerung gibt es allerdings auch Vorbehalte. Der “Guardian” zitiert einen Fischer, der Sorgen äußert, seine Arbeit werde durch die geschützten Gebiete eingeschränkt.

Auf den Punkt gebracht:

Die Seychellen und die NGO TNC versuchen mit einem innovativen Plan, die Umwelt zu schützen. Der Deal könnte Vorbild für weitere vom Klimawandel betroffene Insel-Nationen werden.

(mf)