NACHRICHTEN
13/03/2018 11:50 CET | Aktualisiert 13/03/2018 12:22 CET

1 von 4 Männern findet: Chefs dürfen sexuelle Dienste verlangen

Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung.

Getty
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist für viele Frauen Normalität (Symbolbild.)
  • 23 Prozent der Männer sind der Meinung, dass Chefs Sex von ihren Angestellten erwarten dürfen
  • Das belegt eine neue Studie, die im Auftrag der Organisation CARE durchgeführt wurde

Die #MeToo Debatte hat einige hässliche Wahrheiten zu Tage gebracht. Nicht zuletzt hat sie gezeigt, wie verbreitet sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist.

Doch nicht jeder scheint das als Problem zu begreifen, wie eine neue Harris Studie enthüllt. Demnach ist jeder vierte Mann der Meinung, dass Chefs von ihren Angestellten Sex verlangen können.

Im Auftrag der humanitären Organisation CARE wurden 9400 Erwachsene aus acht Ländern befragt: 2000 Männer und Frauen aus den USA und jeweils 1000 aus Australien, Indien, Südafrika, Ecuador, Vietnam, Ägypten, Großbritannien nahmen an der Harris Studie teil.

Das Ergebnis: 23 Prozent aller Befragten ist der Meinung, dass Chefs unter Umständen sexuelle Gefälligkeiten von ihren Angestellten erwarten dürfen. 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

► 32 Prozent der befragten Frauen und 21 Prozent der befragten Männer gaben an, dass sie schon einmal sexuell am Arbeitsplatz belästigt oder genötigt wurden. 

► In Indien waren 33 Prozent der Befragten der Auffassung, dass es in Ordnung ist, wenn man einem Kollegen hinterher pfeift, oder etwas anzügliches zuruft. 

► In Großbritannien gaben 35 Prozent der Befragten zwischen 25 und 35 an, dass sie es in Ordnung finden, wenn man einem Kollegen in den Hintern kneift.

In Ägypten waren 62 Prozent der befragten Männer der Auffassung, dass Arbeitgeber ihre Angestellten zum Sex auffordern dürfen.

Mehr zum Thema: Umfrage zeigt erstmals: So verbreitet ist die Machokultur in der arabischen Welt

In 30 Prozent der Welt ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht illegal

Und das ist nicht alles: In 30 Prozent aller Länder gibt es kein Gesetz, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verbietet.

“Das zeigt, dass sexuelle Belästigung eine globale Epidemie ist”, schrieb Michelle Nunn, CEO von Care, in einer Stellungnahme. “Aber wenn ein Arbeitgeber erwartet, dass seine Angestellten ihm sexuelle Dienste entgegenbringen, ist das sexueller Missbrauch.”

In Antwort auf das Umfrageergebnis hat CARE die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen dazu aufgerufen, neue Regulierungen auszuarbeiten. Demnach sollten alle Menschen “frei von Gewalt am Arbeitsplatz” sein.

Unter dem Hashtag #ThisIsNotWorking (Auf Deutsch: “So geht das nicht”) sollen User und Userinnen im Internet über die Entwicklungen bezüglich sexueller Belästigung diskutieren.

Welchen Einfluss Hashtags haben können, hat #MeToo bereits gezeigt: Prominente Männer wie Harvey Weinstein und Kevin Spacey mussten in Folge der globalen Debatte ihre Posten räumen.

65 Prozent der Teilnehmer der Harris Studie sind der Meinung, dass #MeToo auch in ihren Ländern eine positive Auswirkung haben wird.

(kap)