LIFESTYLE
17/04/2018 08:44 CEST

US-Universität bietet Sex-Workshops an – das lernen die Studenten dabei

"Der Beweis dafür, dass der Mensch dem Teufel erlegen ist", sagt ein Kritiker.

  • Eine Universität im US-Bundesstaat Tennessee hat mit einer Themenwoche rund um Sex für eine Kontroverse gesorgt
  • Neben Vorträgen zu verschiedenen Sexpraktiken konnten die Studenten auch Kurse über sexuelle Gewalt besuchen

Oralsex, Selbstbefriedigung, Sex Toys: Dass sich viele junge Menschen mit diesen Themen auseinandersetzen, ist klar. Dass sie dies in einem Hörsaal tun, eher weniger. Doch genau das taten Studenten im US-Bundesstaat Tennessee.

Die Universität von Tennessee (UT) veranstaltete Anfang April eine Themenwoche rund um Sex, Sexualität und Sexualrecht.

In Workshops und Vorlesungen mit lustigen Namen wie “Po Zeugs für Fortgeschrittene” oder “Tatort: Meine Periode” konnten sich die Studenten zu verschiedenen Sexpraktiken und biologischen Prozessen informieren. 

Darüber hinaus standen Debatten über das Abtreibungsrecht und sexuelle Gewalt an der Tagesordnung. 

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Sex-Woche will inklusivere Aufklärung bieten

Organisiert wurde die Veranstaltungsreihe von der Studentengruppe SEAT, die sich für eine inklusivere sexuelle Aufklärung einsetzt. 

Erst vor kurzem erklärte der Transgender Ari Friede in einem Blog auf HuffPost, dass eine frühere Aufklärung ihm bei seiner Entwicklung sehr geholfen hätte.

Die Frage nach der sexuellen Identität beschäftigt junge Menschen heute mehr denn je. Denn mit zunehmender Akzeptanz für Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft, zu denen neben Schwulen, Lesben und Bisexuellen auch Transgender gehören, bieten sich jungen Menschen viel mehr Möglichkeiten, als den vorangegangenen Generationen.

Konservative Amerikaner bekommen einen Herzkasper

Konservative Amerikaner sind jedoch keineswegs begeistert von der Aktion. 

Der konservative Journalist Todd Starnes argumentiert in einem Kommentar auf “Fox News”, die “Sodom und Gomorrha”-Woche würde die Werte des Bundesstaats Tennessee verunglimpfen.

“Man bekommt beinahe den Eindruck, dass die Universität von einem Haufen sex-besessener Perverser mit Doktortiteln geleitet wird”, schreibt Starnes. 

Auf Twitter empört sich ein Mann darüber, dass die Sexwoche mit Studiengebühren finanziert wurde. “Kein Wunder, dass junge Menschen es heute so schwer haben, einen Job zu finden”, meint er. 

Allerdings: Die Aktionswoche wurde nach Angaben von SEAT privat finanziert. 

Ein Mann sieht die Themenwoche als Beweis dafür, “dass der Mensch der Versuchung des Teufels erlegen ist.” Eine andere Userin sieht darin den “völligen Verfall unserer Kultur”.

Nicht wenige rufen zum Boykott der Universität auf. 

Studenten fordern mehr Aufklärung über sexuelle Selbsbestimmung 

So sieht’s aus: Wenn junge Menschen Spaß an Sex haben, kommen wir in Teufelsküche. 

Nur wenn wir über selbstbestimmt mit unserem Körper umgehen und wissen, wie wie unsere Bedürfnisse auch unserem Partner kommunizieren, können wir ein wirklich gesundes Sexleben führen"

Denn darum geht es nach Angaben von SEAT eigentlich, die Stundentengruppe will die Diskussion um sexuelle Lust und Befriedigung zu fördern.

“Nur wenn wir selbstbestimmt mit unserem Körper umgehen und wissen, wie wie unsere Bedürfnisse auch unserem Partner kommunizieren, können wir ein wirklich gesundes Sexleben führen”, heißt es auf der Webseite der Organisation.

(ks)