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04/05/2018 18:06 CEST | Aktualisiert 04/05/2018 22:02 CEST

Sieben Fakten über Sextoys, die ihr garantiert noch nicht wusstet

Für jeden Geschmack gibt es das richtige Spielzeug.

Bartek71 via Getty Images
Der Vibrator zählt zu den beliebtesten Sexspielzeugen der Deutschen. (Symbolbild)
  • Schon in der Altsteinzeit hat es in Deutschland einen Dildo gegeben. 
  • Sechs weitere Fakten über Sextoys werden hier vorgestellt.

Schlangen, Delfine, Haie, Elefanten, Bären oder auch Skorpione – diese Begriffe beschreiben nicht nur exotische Zoobewohner. 

Nein, sie gehören auch zu einem breiten Angebot an Sextoys.

Wenn es um Sexspielzeug geht, wird der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob wasserfest, lebensecht oder XXL, für jeden Geschmack und jede Vorliebe findet sich das richtige Toy. 

Und das ist nur ein Auszug aus der Welt der Liebesgadgets. Wir haben für euch sieben Fakten über Sextoys gesammelt, die ihr sicher noch nicht kennt:

 

1. Der ältester Dildo kommt aus Deutschland

MICHAEL LATZ via Getty Images
Der Phallus von Schelklingen.

Wer hätte gedacht, dass sich die Menschen bereits vor 28.000 Jahren nicht nur mit den eigenen Körperteilen zufrieden geben wollten. In einer Höhle bei Schelklingen in Baden-Württemberg fanden Universitätsforscher immer wieder längliche Steinelemente, die sie schließlich zu einem Phallus zusammensetzen konnten – der einem Dildo zum verwechseln ähnlich sieht. 

Eine Ringkerbe am Rande des wertvollen Fundstücks soll den Wissenschaftlern den eindeutigen Beweis geliefert haben, dass es sich bei ihrer Entdeckung tatsächlich um einen Penis handelt. Auch wird durch die ungewöhnlich lange Form und die erkennbaren Schleifspuren davon ausgegangen, dass der Phallus von Menschenhand geschaffen wurde. 

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Wofür der 19,2 Zentimeter lange und 2,8 Zentimeter dicke Altsteinzeit-Penis verwendet wurde, konnte nicht eindeutig bestimmt werden. Entweder könnte er eine rein symbolische Bedeutung gehabt haben oder auch als Werkzeug verwenden worden sein.

Egal wie die Menschen den Eiszeit-Penis eingesetzt haben, in die Geschichte geht er zumindest unter dem Namen “Phallus von Schelklingen” ein. 

2. Vibrationen gegen “weibliche Hysterie”

Dass sexuelle Frustration zu schlechter Laune führt, kennen wohl die meisten. Und, dass dies auch bei Frauen so ist, scheint logisch.

Doch lange Zeit wurden die sexuellen Bedürfnisse von Frauen ignoriert und die Symptome der Lust, wie erhöhte Scheidenfeuchtigkeit, als Krankheit beschimpft. 

Das ganze trug den Namen “weibliche Hysterie”

Um die Frauen von dem ausschließlich weiblichen Leiden zu befreien und sie davor zu bewahren, verrückt zu werden, galt der Orgasmus als Abhilfe. Mediziner sahen diesen jedoch nicht sexuell, sondern als Mittel gegen eine Krankheit. Und so ein Orgasmus bedeutete harte Handarbeit für die Doktoren. 

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Daher entwickelte der britische Arzt und Erfinder Dr. Joseph Mortimer Granville bereits Ende des 18. Jahrhunderts den ersten elektrischen Vibrator. Knapp 20 Kilo schwer und 15 Zentimeter lang war der sogenannte “Granvilles Hammer”.  Betrieben mit Zink-Kohle-Batterien, hatte der bohrerähnliche Vibrator an der Spitze eine Kugel, die vibrierte. 

Mit seinem Hammer konnte Granville vielen Ärzten helfen, auf die anstrengenden Vaginalmassagen zu verzichten und gleichzeitig mehr Patientinnen zu behandeln. Granville selbst habe aber angeblich nie selbst Hand angelegt.

3. Vibratoren immer noch an der Spitze

Genug in der Vergangenheit gestöbert, ab in die Gegenwart. Mittlerweile reicht die Palette an Sextoys weit über den Vibrator hinaus und der weibliche Orgasmus gilt als Trumpf und nicht als medizinisches Heilmittel.

Doch, welche Spielzeuge mögen die Deutschen wirklich? 

Auf Platz Nummer eins steht unangefochten – und das in zahlreichen Umfragen und Studien – der Vibrator. Was damals schon half, funktioniert wohl auch heute noch. 

2017 wurden 569 Frauen nach Angaben des Online-Portals “Statista” befragt, welches Sexspielzeug sie besitzen würden. 78 Prozent haben demnach einen Vibrator. Einen Dildo besitzen 59 Prozent der Befragten und sowohl Liebeskugeln als auch Handschellen gibt es bei 35 Prozent der Frauen.

Doch bei lediglich einem Sextoy bleibt es meistens nicht, wie eine Umfrage des Online-Sex-Shops “Amorelie” zeigt. 2015 kam bei den 8.850 Befragten heraus, dass 47 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer zwei bis vier Toys besitzen. Als Grund nannten 76 Prozent, dass sie ihr Sexleben anheizen wollen würden, 72 Prozent hätten einfach nur Spaß daran und 15 Prozent würden die Spielzeuge brauchen, um beim gemeinsamen Liebesspiel zum Orgasmus zu kommen. 

Apropos Orgasmus: 67 Prozent der befragten Frauen sagten, dass sie alleine mit einem Sextoy, also ohne Partner, bereits nach zehn Minuten zu einem Orgasmus kommen würden. 

4. Vom Obama-Dildo bis hin zur Justin Bieber-Love Doll

Wer sich ein Sextoy zulegen möchte, darf ruhig wählerisch sein. Alles kann angepasst werden: die Farbe, das Material, die Form, das Gesicht.

► Ja, auch das Gesicht. 

Auf der Website “Celebrity Dildo” können sich Hardcore-Barack-Obama-Fans einen Dildo mit dem Gesicht des ehemaligen US-Präsidenten bestellen. Für Fußball-Affine stellt der Sextoy-Anbieter auch einen David Beckham Dildo bereit. 

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Wem ein Celebrity-Penis nicht genügt, kann sich seinen Star auch in ganzkörper Größe nachhause holen. Auf Amazon gibt es beispielsweise die “Dirty Christina Fantasy Doll”. Eine Sexpuppe, die den Traum von einer Nacht mit Christina Aquilera wahr werden lässt. Oder die “Just-iN Beaver love doll”, mit der sich die Fans in die Arme eines Plastik-Justin-Biebers legen können. 

Auch einige Pornodarsteller wollten sich an dem Geschäft mit den lebensnahen Sextoys beteiligen und haben ihr Gemächt als Vorlage für Dildos hergegeben. Wer sich von einem Porno-Promi angeturnt fühlt, kann sich so zumindest den Penis in das eigene Schlafzimmer holen.

Zum Abschluss noch ein Leckerli: Für alle “Shape of Water”-Fans, die sich immer gefragt haben, wie denn der Penis des muskulösen Fischmannes eigentlich ausschaut, gibt es eine Antwort. Der Sextoy-Hersteller “XenoCat Artifacts” brachte Anfang des Jahres einen Dildo heraus, der das Gemächt der Kreatur darstellen soll.

Was skurril klingen mag, war ein Kassenschlager bei den Kunden.

5. Zwischen skurril und exquisit

Auch in der Welt der Sexspielzeuge konkurrieren die Anbieter miteinander. Einerseits in der Kategorie “Bestes Sexspielzeug” und andererseits auch beim Preis.

Geht es um die Reputation, steht unter anderem der “Altporn Award” als Aushängeschild für Kreativität und Subkulturen. Jährlich wird der Preis verliehen und richtet sich vor allem, wie das Wort selbst beschreibt, an alternative Pornographie –  von Gothic bis hin zu Tattoo- und Piercing-Liebhabern. 

Unter den zahlreichen Kategorien, wie “Beste Porno-Darsteller” oder “Bester Neird Shoot”, werden auch Sextoys bewertet.

Vergangenes Jahr staubte gleich zweimal der Online-Anbieter “Bad Dragon” ab. Als Alleinstellungsmerkmal möchte der Hersteller Toys anbieten, bei dem das Herz eines jeden Fantasy-Liebhabers höher schlägt. Da scheint es kaum verwunderlich, dass der Dildo “Ika”, der wie eine große Tentakel mit fetten Saugnäpfen aussieht, vergangenes Jahr den ersten Platz belegte. Die Farbe der Tetankel dürfen sich Fantasy-Neirds natürlich selbst aussuchen. 

Die Sexindustrie bedient jedoch nicht nur die Randkategorien, sondern auch die High-Society. 

Ob aus Gold, Silber oder mit Swarovski-Steinen versehen, Sextoys können auch Glamour ausstrahlen. Nur müssen die Verbraucher den Luxus auch extra bezahlen.

Der teuerste Vibrator der Welt stammt aus dem schwedischen Sexshop “LELO”. Mit 24-karätigem Gold überzogen und einem Kern aus Edelstahl, kostet der Vibrator “Inez” ganze 12.000 Euro. 

Ob mit echtem Gold ein besseres Ergebnis erzielt werden kann, bleibt offen. 

6. Sextoys - ein Privileg

Auch wenn der Vibrator ursprünglich einmal Medizin war, haben Sextoys nicht überall einen guten Ruf und sind in einigen Ländern sogar verboten. Verboten deshalb, da sie in den Bereich der Pornographie fallen. 

Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der in den Urlaub fahren will und vielleicht einen vibrierenden Begleiter mitbringen möchte. 

Strahlende Sonne, türkis-blaues Wasser, weiße Stränden – und keine Sexspielzeuge. Auf den Malediven muss sich jeder mit sich selbst oder seinem Partner vergnügen. 

Auch im Land der Ladyboys, der günstigen Prostituierten und des Sextourismus, sind Sexspielzeuge verboten. Die Rede ist von Thailand. Hier werden Vibratoren und Dildos als verbotene Ware bezeichnet. 

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In Indien spielt vor allem die Form und das Aussehen eine wichtige Rolle. Sieht ein Sextoy zu sehr nach einem echten Geschlechtsteil aus, ist dessen Besitz illegal. Ein einfacher Massagestab hingegen darf offiziell benutzt werden. 

Und nun zu den USA. Ja, richtig, selbst im Land der grenzenlosen Möglichkeiten gibt es Einschränkungen. In den Südstaaten Mississippi und Alabama dürfen keine Sexspielzeuge vor Ort verkauft werden. Das scheint wie eine alte, jedoch nie aufgehobenen Regel. Doch in Alabama beispielsweise gilt dieses Verbot erst seit 1998. 

Auch bei den Texanern müssen bestimmte Vorschriften eingehalten werden. Wer mehr als sechs von diesen “obszönen Geräten” hat, macht sich strafbar. So steht es in der Gesetzesschrift zu dem Bereich “Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Schicklichkeit”.

7. Der Dildo im Nachttisch

Eine wichtige Frage muss rund um das Thema Sextoys natürlich auch geklärt werden: Wohin damit?

Laut einer Umfrage des Online-Sexshops “EIS” würde jeder zweite Deutsche sein Sextoy im Nachttisch aufbewahren, wie das Newsportal “Bild” berichtete. 

Knapp 40 Prozent der Befragten würden eine diskrete Box bevorzugen.

Ein Eckchen im Kleiderschrank stellt für jeden dritten der Umfrageteilnehmer das richtiger Versteck dar.

All diese Orte scheinen auch am Nahelegiensten. Doch einige Befragte sind etwas ausgefuchster. 

Neben Schraubenziehern, Muttern und Zangen befindet sich bei einem Prozent der Deutschen auch ein Sextoy zwischen den Werkzeugen.

Und ein weiteres Prozent gab an, ihr Spielzeug im Tresor zu verstecken. Vielleicht waren es ja diejenigen, die sich den 12.000 Euro Luxus-Dildo geleistet haben.   

(ks)