POLITIK
11/09/2018 19:18 CEST | Aktualisiert 11/09/2018 19:32 CEST

Eklat um Wagenknecht: Linke beschimpfen sich bei Sitzung wüst

"Dreck", "Scheißkerl" und sexistische Pöbelei.

ullstein bild via Getty Images
Diether Dehm und Ex-Linke-Chef Gregor Gysi.
  • In einer Fraktionssitzung der Linken ist es zu einer wüsten Auseinandersetzung gekommen.
  • Grund soll ein abwertender Spruch des Wagenknecht-Unterstützers Dehm gewesen sein.

Die Stimmung bei den Linken ist angespannt.

Die Bewegung “Aufstehen”, initiiert von Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und ihrem Ehemann Oskar Lafontaine, birgt das Potential, die Partei zu spalten.

Kritiker werfen Wagenknecht vor, sich bei Rechten anzubiedern, Wähler der AfD in den Blick zu nehmen. In der Fraktionssitzung am Montag brach sich der Frust bei einigen Linken offenbar Bahn.

Davon zeugen Tweets mehrerer Linken-Politiker.

Im Fokus der Auseinandersetzung stand dabei das Verhalten des nicht unumstrittenen Abgeordneten Diether Dehm

Sexismus und Mobbing?

Die Politikerin Gökay Akbulut wirft dem Wagenknecht-Vertrauten vor, sie gemobbt und sexistisch angegriffen zu haben. Dehm hätte zu ihr gesagt, sie solle dankbar sein, ohne Wagenknecht säße sie nicht im Bundestag. 

Die Abgeordnete Zaklin Nastic, ebenfalls Unterstützerin Wagenknechts, entgegnete bei Twitter, nur die Aussage Dehms sei richtig wahrgegeben.

Danach habe Akbulut den Politiker als “Dreck” und “Scheißkerl” beschimpft. 

Dehm als Wagnknechts Kampfhund

Laut “Tagesspiegel” berichteten mehrere Sitzungsteilnehmer, dass Dehm schon zuvor immer wieder “dazwischen pöbelte”, wenn Frauen sprachen. 

Der Linken-Politiker Michael Brandt reagierte mit einem Aufruf zur Solidarität mit Akbulut. “Wer Dieter nicht passt, wird von Dieter gemobbt. Irgendwann reicht es wirklich”, schrieb er.

Schon zuletzt hatte es Ärger um Dehm gegeben. Als Linken-Politiker Niema Movassa Wagenknecht aufforderte, sich zwischen Partei und eigener Bewegung zu entscheiden, forderte Dehm dessen Rücktritt.

Viele Linke sehen in ihm Wagenknechts “Mann fürs Grobe”. Diesem Ruf machte er am Montag alle Ehre.