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04/12/2018 10:08 CET

Sexismus-Eklat: Hegerberg als beste Fußballerin geehrt, dann soll sie twerken

”Ada Hegerberg wurde als beste Fußballerin der Welt ausgezeichnet. Als ‘Belohnung’ wurde sie dafür auf der Bühne sexistisch angemacht.”

  • Bei der Preisverleihung des Ballon d’Or ist die Norwegerin Ada Hegerberg als weltbeste Fußballerin ausgezeichnet worden.
  • Moderator und DJ Martin Solveig sorgte für große Empörung, als er die Fußballerin fragte, ob sie auch twerken wolle.
  • Im Video oben seht ihr, wie die Menschen im Netz auf seine Frage reagierten.

Ein Beispiel für Sexismus im Fußball dürfte der gestrige Abend gewesen sein.

Bei der Verleihung des Ballon d’Or in Frankreich wurde die 23-jährige Norwegerin Ada Hegerberg als weltbeste Fußballerin ausgezeichnet.

Dazu stand sie mit Moderator und DJ Martin Solveig auf der Bühne.

Moderator Solveig fragt Ada Hegerberg, ob sie twerken will

Der sorgte für viel Kopfschütteln und Verärgerung bei den Zuschauern: Solveig fragte die 23-Jährige von Olympique Lyon nämlich, ob sie twerken wolle.

Twerken ist ein Tanzstil, bei dem man tief in die Hocke geht und mit dem Po wackelt.

Die Reaktion von Hegerberg zeigte eindeutig, wie unangemessen die Frage war.

Ihre Miene versteinerte sich plötzlich, dann sagte sie abrupt “Nein” und verließ umgehend die Bühne.

Im Internet brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung aus. Viele kritisierten die Frage des Moderators als sexistische Diskriminierung.

Ein Zuschauer postete die Szene auf Twitter und beschrieb diese als “Schande”.

Eine Nutzerin verglich das mit dem sogenannten “Helikopter-Penis”:

“Man stelle sich vor, ein Mann würde einen Preis gewinnen, zum ersten Mal in einer ‘Frauendomäne’ und man würde ihn fragen, ob er nun den Helikopter macht mit seinem Penis, vor einem Millionenpublikum.”

“Als ‘Belohnung’ wurde sie dafür auf der Bühne sexistisch angemacht”

Eine andere war sichtlich entsetzt: ”Ada Hegerberg wurde als beste Fußballerin der Welt ausgezeichnet. Als ‘Belohnung’ wurde sie dafür auf der Bühne sexistisch angemacht.”

Einer fragte sich: “So traurig. Wir müssen noch viel tun, um so einen Scheiß zu verhindern. Ada Hegerberg ist eine fantastische Sportlerin, wie kann man nur?”

Ein Nutzer fand:

”Kann mich nicht entscheiden, was armseliger ist: Den größten Moment einer Sportlerin mit sexistischer Kackscheiße (fast) zu ruinieren, über seinen eigenen Dreck zu lachen oder es anschließend als “Rettung” als einen Witz hinzustellen.”

Gemeint war damit der Tweet von Moderator Martin Solveig. Der entschuldigte sich nämlich im Nachhinein für die Situation.

Er habe die Frage als Witz gemeint, so habe er das auch Hegerberg nachträglich erklärt. Wie er schrieb, habe die 23-Jährige den auch als solchen verstanden.

Dennoch wolle sich Solveig für das entschuldigen, was passiert sei. Er habe nie die Absicht gehabt, Frauen in irgendeiner Weise bloßzustellen.

Ada Hegerberg hat sich zu der Entschuldigung bisher noch nicht öffentlich geäußert.

(jr)