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28/02/2018 10:32 CET | Aktualisiert 28/02/2018 18:59 CET

Ärzte haben Frauen untersucht – und räumen mit einem Sex-Mythos auf

Männer sollten sich auf dem Ergebnis jedoch nicht ausruhen.

  • Forscher untersuchten die Körper von 13 Frauen 
  • Den berüchtigten G-Punkt konnte das Team nicht finden
  • Im Video oben: 3800 Männer und Frauen befragt – Wie lange sollte guter Sex dauern?

Seit über 60 Jahren dominiert ein Mythos die Sexwelt: Gibt es den G-Punkt oder nicht? Benannt und vermeintlich gefunden vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg, gilt der ca. 2  Zentimeter tiefe und 1,5 Zentimeter große Punkt als besonders sensibel und sexuell vielversprechend.

►  Wenn Frauen diese empfindliche Stelle stimulieren, können sie einen atemraubenden Orgasmus bekommen – so die Legende. 

Forscher finden keinen G-Punkt

Doch nun zeigen australische Forscher das Gegenteil: In der neuesten Studie zu dem Mythos untersuchten sie die Körper von 13 Frauen und konnten den G-Punkt bei keiner nachweisen.

Bei den Probandinnen, die zwischen 32 und 97 Jahre alt waren, konnte lediglich das Scheidenwandfutter und der Harnröhrenbereich gefunden werden.

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Studienleiter, Nathan Hoag, erklärte dem Newsportal “The Sun”, dass Frauen höchstwahrscheinlich solch ein intensives Gefühl in diesem Gebiet spüren, weil es sich in der Nähe der Klitoris befinde.

Dem Newsportal gegenüber spricht der Forscher ein eindeutiges Fazit aus: “Der wesentliche Befund dieser Untersuchung ist, dass der ursprünglich von Gräfenberg beobachtete und später popularisierte G-Punkt als anatomisches Konstrukt nicht existiert.”

Sex-Expertin lehnt Ergebnis ab

Doch, liegen nun alle anderen falsch, die je über den G-Punkt geschrieben, berichtet oder sogar gelehrt haben? Und warum verkaufen sich Sexspielzeuge, die speziell für diese Stelle gemacht sind, so gut? 

Die britische Sex-Expertin, Rebecca Dakin, weist das Studienergebnis mit deutlichen Worten zurück, wie das Newsportal schrieb: “Die Forscher mögen zwar keinen Beweis für den G-Punkt gefunden haben, aber ich habe keine Zweifel, dass es ihn gibt.”

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Weiter erklärte die Sex-Expertin dem Newsportal, dass auch jede andere Frau den Forschern klar machen würde, dass sie falsch lägen. Denn ihrer Meinung nach gäbe es definitiv einen Bereich an der vorderen Vaginalwand, der eine Struktur wie eine Wallnuss habe.

► Auch die Männerwelt solle sich nicht auf diesem Ergebnis ausruhen, sagte Dakin “The Sun”. 

Sie schlussfolgerte: ”Diese Studie sollte nicht als ‘Gefängnis-Frei’–Karte für Männer gesehen werden. Wenn sie den Punkt noch nicht gefunden haben, sollten sie weiter suchen. Ihre Partner werden ihnen auf jeden Fall dafür dankbar sein.”

Ob die Forscher mit ihrem Ergebnis letztendlich richtig liegen, bleibt weiterhin umstritten. Denn gegensätzlich behaupteten italienische Forscher bereits 2008, dass sie den G-Punkt gefunden hätten.  

(ks)