LIFE
20/08/2018 20:05 CEST | Aktualisiert 20/08/2018 20:57 CEST

Sex-Fantasien: Neue Studie zeigt, wie sie eine Beziehung verbessern können

Wenn über den Partner fantasiert wird, erhöht das nicht nur den Anreiz des Partners

Im Video oben: 3800 Männer und Frauen befragt – Wie lange sollte guter Sex dauern?

Fast jeder weiß, wie stark sexuellesVerlangen vor allem am Anfang einer Beziehung sein kann. Die Sehnsucht nach gemeinsam erlebter Extase fördert vor allem in Beziehungen die Bindung zum Partner. Doch nach einigen Jahren lässt das Verlangen bei vielen Paaren nach.

Auf der Suche nach sexueller Abwechslung flüchten sich viele Menschen dann in sexuelle Fantasien und Tagträume

Dabei nehmen dyadische Fantasien, also Sex-Fantasien über den eigenen Partner, im Laufe der Zeit eher ab. Fantasien über andere Menschen, sogenannte extradyadische Fantasien, nehmen eher zu, schreibt die Psychologin Gurit Birnbaum im Psychologiemagazin “Psychology Today”.

Dabei könnten Sex-Fantasien über den eigenen Partner Paare verhindern, dass Paare sich ihre Beziehung ruinieren, wie aus einer neuen israelischen Studie hervorgeht.

Mehr zum Thema: Das sind die häufigsten Sex-Fantasien von Frauen

Auch der Partner soll in der Fantasie glücklich werden

Psychologen des interdisziplinären Forschungszentrums Herzliya in Israel haben in einer vierstufigen Untersuchung die Auswirkung von Sex-Fantasien auf Beziehungen untersucht. 

In einer ersten Studienphase sollten die teilnehmenden Paare über ihren Partner oder eine andere Person fantasieren. Ihre Fantasie sollten sie dann in Form einer Erzählung wiedergeben.

► Die Teilnehmer mit dyadischen Fantasien gaben an, dass sie mit ihrem Partner Sex haben möchten, ihn aber genau so gerne auch glücklich machen wollen – Teilnehmer, die extradyadische Fantasien äußerten, wollten das deutlich weniger.

Erhöhtes Verlangen nach Sex mit dem Partner

Die zweite Studienphase sollte verdeutlichen, wie groß der Einfluss von dyadischen und extradyadischen Fantasien auf die Beziehungen wirklich ist.

“Wir fügten zwei nicht sexuelle Aufgaben hinzu. Die Teilnehmer sollten sich vorstellen, mit ihrem Partner oder jemand anderen, eine ihrer aktuellen Sorgen zu diskutieren”, schrieb die Autorin der Studie Gurit Birnbaum in “Psychology Today”. 

Das habe ihnen ermöglicht auszuschließen, dass allein der Gedanke an den Partner an sich, unabhängig vom Kontext oder einer sexuellen Fantasie, das sexuelle Verlangen steigert.

Vergebene, die sich extradyadischen Fantasien (also nicht über ihre Partner) oder nicht-sexuellen Fantasien hingeben mussten, hatten kein gesteigertes Interesse an ihren Partnern – weder platonisch noch sexuell. 

Sex-Fantasien über den eigenen Partner hingegen (dyadisch) förderten die Lust auf Sex mit dem Partner – und sogar auf andere beziehungsfördernde Aktivitäten.

Mehr zum Thema: Experten: Diese 9 Dinge solltet ihr immer tun, bevor ihr Sex habt

Mehr Komplimente und zärtliches Verhalten

Im dritten Teil der Studie wollten Birnbaum und ihre Kollegen herausfinden, ob diese Effekte auch im echten Leben gelten.

Beide Partner mussten für drei Wochen ein Tagebuch führen, in dem sie unabhängig voneinander ihre sexuellen Fantasien aufschreiben sollten – gleich, nachdem sie daran dachten.

Zusätzlich sollten sie positives und negatives Verhalten in ihrer Beziehung des jeweiligen Tages aufschreiben – zum Beispiel “Ich habe meinem Partner gesagt, dass ich ihn liebe” oder “Ich habe meinen Partner kritisiert”.

► Das Ergebnis zeigte, dass die Paare weitaus mehr beziehungsfördernde Aktivitäten betreiben,  wenn sie sexuell über ihren Partner fantasieren und tagträumen. Sie machten sich zum Beispiel mehr Komplimente oder zeigten mehr zärtliches Verhalten.

Die Beziehung gewinnt an Reiz

Mit der vierten Studie wollten die Wissenschaftler herausfinden, warum Menschen, die über ihren Partner fantasieren, sich eher beziehungsfördernd Verhalten als andere.

Um das herauszufinden, sollten die Paare sechs Wochen lang ein Tagebuch führen, in dem sie die Häufigkeit ihrer dyadischen Fantasien, das Verlangen nach Sex mit ihrem Partner, positive und negative Wahrnehmungen im Bezug auf die Beziehung und beziehungsförderndes Verhalten festhalten sollten.

► Das Ergebnis: Wer sexuell über seinen Partner fantasierte, fand danach nicht nur den Partner, sondern auch seine Beziehung besser. 

Mehr zum Thema: 7 Dinge, die Paare mit einem außergewöhnlichen Sex-Leben anders machen

Die Intimität steigt an

Letztendlich finden Fantasien zwar nur im Kopf statt, hätten aber dennoch Auswirkungen auf die reale Welt, schrieb Birnbaum.

Zwar mag das Fantasieren über Sex mit anderen neue sexuelle Anreize geben –  doch euren Partner in eure Fantasiewelt zu lassen, ist laut der Studie langfristig gesehen besser für die Beziehung.

► Schließlich fördern Sex-Fantasien über den eigenen Partner die Intimität in der Beziehung und macht sie reizvoller. Außerdem verringern diese Träumerein negatives Verhalten, das Beziehungen schädigt.