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02/01/2019 16:41 CET

Sex-Experten: 7 Tipps, wie du gleichzeitig mit deinem Partner zum Orgasmus kommst

Habt Spaß beim Sex und macht keine Arbeit daraus!

B2M Productions via Getty Images
Du solltest deinem Partner immer mitteilen, welche spezifischen Dinge dir helfen zum Orgasmus zu kommen und welche nicht.

Ein Orgasmus ist etwas Wunderbares, egal ob wir ihn alleine erleben oder durch unseren Partner zum Hoch kommen.

► Und: Er fühlt sich nicht nur gut an – ein Orgasmus kann dabei helfen Stress zu lindern, das Immunsystem zu stärken, den Schlaf zu verbessern und noch vieles mehr.

Dieses tolle Gefühl mit einem Partner zu teilen, wenn ihr gleichzeitig einen Orgasmus habt, kann eine sehr intime Erfahrung sein. Sie kann eine tiefe Verbindung schaffen oder sie noch zusätzlich verstärken.

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Filme geben uns falsche Vorstellungen

Doch simultan zum Höhepunkt zu kommen ist nicht unbedingt einfach. “Die meisten Menschen denken, dass sie zur gleichen Zeit einen Orgasmus haben müssen, weil das die einzige Art und Weise ist, wie wir Orgasmen im Fernsehen und in Filmen sehen”, sagt die Sex-Therapeutin Vanessa Marin der HuffPost.

“Aber ein Orgasmus ist eine sehr individuelle Angelegenheit und jeder hat seine eigene Zeitachse. Wenn ihr versucht, gleichzeitig einen Orgasmus zu haben, wird es immer eine Person geben, die sich beeilen muss und eine, die den Orgasmus verzögern muss. Beide Partner haben dadurch dann meist das Gefühl, dass sie etwas falsch machen.”

Wir haben mit Experten gesprochen, die euch Tipps geben, wie es trotzdem klappt.

1. Finde raus, was dich wirklich anmacht

Jeder von uns hat verschiedene sexuelle Vorlieben und Wünsche: Was den einen abturnt, könnte den anderen wiederum total anmachen. Wenn du ein befriedigendes Sexleben möchtest, solltest du also erst rausfinden, was dich zum Orgasmus bringt – ein bestimmtes Sexspielzeug, Dirty Talk, Pornos gucken – damit du das deinem Partner erklären kannst.

“Wenn du deine sexuellen Vorlieben kennst und du nicht zu schüchtern bist mitzuteilen, auf was du stehst, dann ist es wahrscheinlicher, dass du deine Bedürfnisse auch deinem Partner mitteilst”, sagt Psychologin und Sex-Therapeutin Janet Brito.

“Wenn du auf der sexuellen Ebene selbstbewusst bist, wirst du wahrscheinlich auch viel eher verschiedene Stellungen ausprobieren. Das kann dabei helfen, die erogenen Zonen von deinem Partner und dir aufeinander abzustimmen.”

Gibt es einen einen einfach Weg sein sexuelles Wissen über seinen Körper zu steigern? Ja, und Spaß macht er auch: “Experimentiert beim Masturbieren”, rät Sexualpädagogin Chris Maxwell Rose.

“Es hilft, wenn ihr beide eine gewisse Leichtigkeit dabei besitzt, wenn ihr euch selbst Vergnügen bereitet”, erklärt sie. “Die meisten von uns sind weit von dieser Leichtigkeit entfernt. Also solltet ihr euch immer weiter selbst befriedigen und dabei auf die Reaktionen eures Körpers achten.”

2. Teile deinem Partner vor, während und nach dem Sex mit, was du brauchst

Wenn du erwartest, dass dein Partner deine Gedanken liest, hast du sofort das Rezept für lustlosen Sex in deinen Händen. Du solltest deinem Partner immer mitteilen, welche spezifischen Dinge dir helfen zum Orgasmus zu kommen und welche nicht.

“Wenn ihr gleichzeitig einen Orgasmus haben wollt, kann es wirklich helfen, wenn ihr euch gegenseitig mitteilt, wie nah ihr schon am Orgasmus seid”, erklärt Jesse Kahn, Sex-Therapeut und Leiter des Gender & Sexuality Therapy Kollektivs.

“Wenn du schon kurz davor bist, aber dein Partner nicht, kann es helfen, die Stimulation und Berührungen an deinem Körper etwas zu reduzieren. Konzentriere dich stattdessen einfach auf den Körper deines Partners. Dann könnt ihr wieder zu den vorherigen Aktivitäten zurückkehren, die euch beide anregen.”

3. Wechselt euch ab, um euch aufzuwärmen

Niemand mag einen egoistischen Liebhaber. Die besten sexuellen Erfahrungen machen beiden Partnern Spaß, weil jeder dem anderen Vergnügen bereiten möchte.

“Sobald du herausgefunden hast, was dich erregt, musst du eine Menge über den Körper deines Partners lernen und wie dieser funktioniert”, sagt Maxwell Rose.

“Kommunikation ist natürlich der Schlüssel, aber genau so sind es auch oft die Aufmerksamkeit, die wir uns gegenseitig schenken müssen, viele Massagen geben und bekommen, Berührungen, Oralsex, Handsex und mit Sex-Toys spielen.”

Auch Brito ist der Meinung: “Es ist unerlässlich sich abzuwechseln, damit eine sexuelle Beziehung für beide befriedigend ist.”

Weiter erklärt sie: “Fokussiert euch darauf, die erogenen Zonen des anderen kennenzulernen und auch darauf, euch gegenseitig achtsam zu berühren”, erklärt sie. “Sobald ihr auf einer Wellenlänge seid, teilt ihr euch gegenseitig mit, was ihr braucht, um euch gehen zu lassen und habt zusammen einen Orgasmus.”

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4. Haltet Augenkontakt

Augenkontakt während dem Sex ist eine Art der non-verbalen Kommunikation, die euch dabei hilft, auf derselben Wellenlänge zu bleiben.

Ihr müsst euch natürlich nicht die ganze Zeit und ohne zu blinzeln in die Augen starren (das wäre ziemlich unheimlich) – aber sich immer wieder mal in die Augen zu blicken stärkt die Verbindung zueinander. 

“Sich in die Augen zu sehen ist höchst erotisch und kann auch dazu beitragen, dass sich euer Atem synchronisiert, was zu größerer Erregung führen kann”, sagt Psychologin und Sex-Therapeutin Shannon Chavez.

5. Haltet euer Tempo durch langsame und regelmäßige Stimulation

Wenn ein Partner üblicherweise schneller zum Orgasmus kommt als der andere, versucht es langsam anzugehen, damit sie oder er nicht zu schnell überstimuliert wird.

“Wenn du das Gefühl hast, dass du derjenige bist, der vor deinem Partner zum Orgasmus kommt, fahr ein bisschen runter und teile deinem Partner mit, dass du eine Atempause brauchst – oder einen Stellungswechsel”, empfiehlt Brito.

“Wechsle deinen Gang und konzentriere dich auf deinen Partner. Genieße den Moment und sobald dein Partner kurz davor ist zu kommen, kannst du dich wieder einklinken. Dann könnt ihr euch gegenseitig helfen, zum befriedigenden Ende zu kommen”, rät Brito.

Denkt daran, dass es kein Wettrennen ist. Nehmt euch Zeit und genießt den Weg.

“Der langsame Aufbau der erotischen Energie, wenn man sich gegenseitig Freude bereitet, führt zum Orgasmus”, sagt Chavez.

6. Bringt Sex-Toys mit ins Spiel

Setzt euch mit eurer verspielten Seite auseinander und nutzt Sexspielzeug. Wenn du klitorale Stimulation genießt – was etwa 37 Prozent der Frauen sogar brauchen, um zum Orgasmus zu kommen – kann ein Vibrator ein sehr hilfreiches Mittel sein.

“Einen Vibrator oder die Hände zu benutzen, während du penetriert wirst, kann dir helfen, gleichzeitig mit deinem Partner zum Orgasmus zu kommen”, erklärt Kahn. “Du kannst auch kurz mit der Penetration aufhören, um den Vibrator zu holen oder du hast den Vibrator einfach schon in der Nähe.”

Sex-Toys sind nicht nur etwas für Frauen (oder Menschen, die Genitalien besitzen, die traditionell als weiblich bezeichnet werden), es gibt auch viele andere Dinge, wie zum Beispiel einen Penisring.

► “Ein Penisring kann Orgasmen verzögen indem er den Blutfluss der Genitalien abklemmt. So kann man es gut schaffen, gemeinsam zu einem Orgasmus zu kommen, wenn der andere Partner mehr Zeit braucht als du”, schlägt Andrea Glik vor – sie arbeitet als Psychotherapeutin beim Gender & Sexuality Therapy Kollektiv.

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7. Denkt nicht zu viel nach

► Wenn euer einziges Ziel ein simultaner Orgasmus ist und ihr euch nur darauf konzentriert, kann das sehr kontraproduktiv sein – es raubt den besonderen Moment. Außerdem bringt es nur unnötigen Druck und Stress und macht das kaputt, was eigentlich eine schöne Erfahrung sein sollte.

“Wenn eine Person nicht zum Orgasmus kommt, liegt es oft an Hemmungen, die sich in den Weg stellen: Angst, ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit, zu viele Gedanken darüber, ob es jemals dazu kommen wird oder nicht”, erläutert Sex-Therapeut Ian Kerner.

Darum ist es wichtig, tief ein und aus zu atmen und dadurch den Genuss in der gemeinsamen Erfahrung zu finden – ob ihr nun gemeinsam zum Orgasmus kommt oder nicht.

“Ihr dürft daraus kein Ziel machen und euch auch nicht zu sehr damit beschäftigen. Legt den Fokus lieber darauf, euren Körper zu entspannen und euch mit eurem Partner wohl zu fühlen”, sagt Chavez zur HuffPost.

“Habt Spaß und macht keine Arbeit daraus. Legt alle Erwartungen ab, konzentriert euch auf den Moment und beschäftigt euch mit eurer Lust und der eures Partners.”

Dieser Beitrag ist zuerst in der HuffPost US erschienen und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst. 

(ujo)