LIFESTYLE
29/03/2018 18:01 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 13:22 CEST

Diese 10 Sex-Fehler machen fast alle in ihren 30ern

Das Leben ist zu kurz für schlechten Sex.

  • In langen Beziehungen wird das Sexleben oft vernachlässigt
  • Therapeuten geben Tipps, welche Fehler für guten Sex vermieden werden sollten
  • Im Video oben: Umfrage - so lange sollte guter Sex dauern

Ob du 30 bist oder gerade an der Grenze dazu – zeig Begeisterung für dein Sexleben. Viele Frauen in ihren 30ern sagen, sie würden sich attraktiver und enger mit ihrem Körper verbunden fühlen als in ihren 20ern. Und das führe auch zu besserem Sex. (Außerdem gibt es Untersuchungen, die nahelegen, dass Frauen in ihren 30ern den sexuellen Höhepunkt erreichen – also ein Hurra darauf.)

Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Reinfälle im Schlafzimmer gibt.

Hier schildern Sex-Therapeuten zehn Fehler im Bett, zu denen Menschen in ihren 30ern neigen und erklären, wie sie diese Probleme überwinden können. 

1. Sich mit lustlosem Sex zufrieden geben

“Jeder hat seine Routinen und auch Sex kann schnell zu einer werden. Lustloser Sex kann bedeuten, dass das Ausziehen zu schnell geht, sinnliche Berührungen oder leidenschaftliche Küsse flach fallen und man sich gleich auf den kürzesten Weg zum Orgasmus begibt.

Lustloser Sex entbehrt dem Ausprobieren oder der Kreativität und beeinflusst deine sexuelle Motivation.

►Die Lösung ist nicht, sich mehr Zeit für Sex freizuschaufeln.

Es geht darum, die Zeit, die man hat, besser zu nutzen und das Vergnügen in den Vordergrund zu stellen.“ – Shannon Chavez, Psychologin und Sex-Therapeutin in Los Angeles.

2. Durchzudrehen, wenn man kein Lust verspürt

“Lust kommt und geht in einer festen Beziehung. Es ist also wichtig, nicht durchzudrehen, wenn man sie gerade nicht empfindet. Manchmal reicht es aus, regelmäßig Sex zu haben, um die Lust zurückzubringen.“ – Stephen Snyder, Sex-Therapeut aus New York City und Autor von “Love Worth Making: How to Have Ridiculously Great Sex in a Long-Lasting Relationship”. 

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3. Das Sex-Leben zu vernachlässigen, sobald man ein Kind hat

“Sicher, Babys und Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit – Tag und Nacht. Und man ist die meiste Zeit müde. Das ist verständlich. Doch wenn du und dein Partner in letzter Zeit keinen Sex mehr hattet und es einmal wieder verlockender erscheint, früh ins Bett zu gehen, als miteinander zu schlafen, dann bleibt wach und tut es trotzdem.

Verbinde dich mit ihm oder ihr. Fokussiere dich auf die Bedürfnisse des anderen. Das verringert das Verlangen, diese woanders zu befriedigen. Behandle deine Beziehung wie dein erstes Kind. Gib ihm die Pflege, die es braucht.“ – Laurel Steinberg, Psychotherapeutin und Assistenz-Professorin der Sexology an der American Academy of Clinical Sexologists.

4. Sex zu ernst zu nehmen

“Sex ist wichtig für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Aber man muss es deshalb nicht so ernst nehmen, dass jeglicher Spaß verloren geht. Wenn du keine Freude daran hast, dann kann das bedenklich werden und dazu führen, dass du dich oder deinen Partner dafür kritisierst.

►Sei offen für verschiedene Arten von Sex und sei nicht perfektionistisch.

Schalte deinen Kopf aus und überlasse deinem Körper das Denken. Das einzige Ziel beim Sex sollte beiderseitiger Spaß und ein leidenschaftlicher Austausch sein.“ – Chavez

5. Sich nicht auf die Klitoris zu konzentrieren

“Die meisten heterosexuellen Frauen denken, dass sie ihren Orgasmus durch Penetration erlangen müssen. Aber die Wahrheit ist, dass 97 Prozent aller Frauen eine Stimulation der Klitoris benötigen, um zum Orgasmus zu kommen. Der beste Weg, mehr über den eigenen Orgasmus herauszufinden, ist durch Masturbation und die Erforschung des eigenen Körpers.

Wenn du erst einmal entdeckt hast, wie du selbst Sex am besten genießen kannst, dann kannst du das auch deinem Partner mitteilen. Es ist absolut OK, wenn Paare nicht gleichzeitig zum Höhepunkt kommen. Dein Partner kommt möglicherweise zuerst – dann konzentriere dich auf deinen eigenen Orgasmus und versuche, beispielsweise durch fingern, mit Spielzeugen oder durch Oralsex zum Höhepunkt zu kommen. Dazu muss man aber seine Klitoris verstehen.“ – Angela Skurtu, eine Sex-Therapeutin und Autorin von Helping Couples Overcome Infidelity: A Therapist’s Manual.


6. Eine Affäre zu haben, statt sich damit auseinanderzusetzen, was Monogamie für einen bedeutet

“Viele Menschen in ihren 30ern und darüber hinaus führen eine Beziehung, in der der Sex einfach nicht mehr funktioniert, die Partnerschaft aber ansonsten stark ist. Oftmals arbeiten sie an ihrem Sex-Leben in den Grenzen der Monogamie, aber es bleibt ein Stillleben.

Und so stehen sie dann vor der Wahl: die Beziehung aufgeben und sich trennen oder den Sex abschreiben.

Und natürlich entscheiden sich manche für einen Seitensprung, weil sie vieles an der Beziehung immer noch sehr schätzen.

Zunehmend arbeite ich in meiner Praxis mit Paaren, die lebenslang monogam zusammenleben wollten, sich dann aber beiderseitig dafür entschieden haben, eine nicht-monogame Beziehung auszuprobieren. Eine offene Ehe zu führen, ist nicht Jedermanns Sache und es verlangt einigen Pioniergeist.

► Aber meiner Erfahrung nach ist es mutiger und ehrlicher, als ein Seitensprung.

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Manchmal ist es möglich, seine Bedürfnisse außerhalb der Beziehung zu befriedigen, während man die ansonsten intakte und erfüllende Partnerschaft beibehält. Eine Beziehung für andere Partner zu öffnen, kann manchmal auch neue erotische Kräfte freisetzen, die man dann auch zu Hause nutzen kann.“ – Ian Kerner, Sex-Therapeut und Autor des New York Times-Bestellers “She Comes First: The Thinking Man’s Guide to Pleasuring a Woman”.

7. Schmerzhaften Sex ertragen

“Besonders nach einer Geburt, erleben einige Frauen Schmerzen beim Verkehr. Schmerzhafter Sex führt zu vermindertem Verlangen und dazu, Sex im Allgemeinen zu meiden.

Stattdessen würde ich Frauen dazu raten, wenigstens eine physiotherapeutische Sitzung des Beckenbodens zu machen. Wenn der Schmerz einer Behandlung bedarf, dann kann ein Physiotherapeut dabei helfen, besseren und weniger schmerzhaften Sex zu haben.“ – Skurtu

8. Intimität nicht zu priorisieren, auch wenn es bedeutet, den Zeitpunkt für Sex zu planen

“Tendenziell haben wir in unseren 30ern mehr Verpflichtungen, wie mehr Verantwortung im Beruf, das Gründen einer Familie und auch höheren finanziellen Druck. Viele Paare erliegen diesem Druck und nehmen sich am Ende immer weniger Zeit für ihre Beziehung.

Aber dein Sex-Leben braucht genau diese Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, um gedeihen zu können. Ironischerweise hast du am Ende auch mehr Energie für die anderen Verpflichtungen, wenn du und dein Partner ein erfülltes und romantisches Sex-Leben haben.“ – Vanessa Marin, Sex-Therapeutin und Entwicklerin der Online Sex Therapie

9. Nicht zu masturbieren

“Sex mit dem Partner und Masturbieren sind zwei unterschiedliche Aktivitäten. Wenn du einen oder mehrere Sexualpartner hast, bedeutet das nicht, dass du nicht mehr masturbieren solltest. Selbstbefriedigung steigert die Fähigkeit zur Erregung und bringt dich deinem eigenen Körper näher.

Es ist eine großartige Form der Aufmerksamkeit, was zu einer Besserung der eigenen Stimmung führt und auch als Schlafhilfe funktioniert.

Es führt zudem zu einem gesteigerten sexuellen Bewusstsein, was nützlich sein kann, um beim Sex mit einem Partner sein Gegenüber besser über die eigenen Bedürfnisse aufzuklären.“ – Chavez

10. Sein Sex-Leben mit dem der engsten Freunde zu vergleichen

“Es ist ganz normal, sich bei Freunden, mit denen man über Sex spricht, über sein eigenes Sex-Leben zu beschweren. Der Gradmesser für das richtige Maß an Sex für dich und deine Beziehung muss auf euch abgestimmt sein, nicht auf irgendjemand anderes.“ - Steinberg

 

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Patrick Steinke aus dem Englischen übersetzt.