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05/03/2019 09:40 CET

Sensation: Zweiter HIV-Patient nach Behandlung virenfrei

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Getty
HIV-Forschung mit Sensation (Symbolbild).

► Es ist eine medizinische Sensation, über die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Nature” berichten: Zum zweiten Mal weltweit ist ein HIV-Patient nach einer Stammzellen-Transplantation virenfrei. 

► Dem “Londoner Patienten”, wie die Forscher den Mann nennen, waren demnach Stammzellen eines Knochenmark-Spenders mit einer seltenen genetischen Veränderung transplantiert worden. 

► Nun zeige der Patient seit fast 19 Monaten keine Anzeichen von HIV mehr. 

Warum der Bericht über die HIV-“Heilung” wichtig ist

Die bisher einzige dokumentierte “Heilung” eines HIV-Patienten ist der Fall des US-Amerikaners Timothy Brown vor rund zehn Jahren. Auch dem “Berliner Patienten” wurde Knochenmark transplantiert, das eine genetische Veränderung aufwies, die eine Infektion mit HIV verhindert. 

“Durch die Remission bei einem zweiten Patienten mit einem ähnlichen Ansatz haben wir gezeigt, dass der ‘Berliner Patient’ keine Anomalie war und dass es wirklich die Behandlungsansätze waren, die HIV bei diesen beiden Menschen eliminierten”, sagte Ravindra Gupta, Hauptautor der Studie zum “Londoner Patienten” und Professor am University College London. 

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Gero Hütter, der 2008 den “Berliner Patienten” behandelte, betont allerdings, dass frühere Versuche scheiterten, die Transplantation wie in diesem Fall zu wiederholen. “Leider sind einige der Patienten, die die gleiche Behandlung erhalten hatten, früh an Komplikationen oder Rückfällen ihrer Krebserkrankung verstorben”, zitiert ihn die “Welt”. 

Auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), Gerd Fätkenheuer, gibt zu bedenken: “Allerdings ist noch völlig unklar, welche Methoden (zur Heilung von HIV, d. Red.) hier am Ende erfolgreich sein können.” 

(lp)