LIFE
07/12/2018 16:30 CET | Aktualisiert 07/12/2018 16:31 CET

Seltene Krankheit: Frau macht Nasendusche und stirbt ein Jahr später an Folgen

90 Prozent dieser Fälle enden tödlich.

volkovslava via Getty Images
Eine Frau hat eine Nasendusche falsch benutzt.
  • Eine 69-Jährige wollte ihre Nasennebenhöhlenentzündung mit einer Nasendusche behandeln.
  • Dabei infizierte sie sich allerdings mit einer Krankheit, die ihr Gehirn von innen zerfraß. 

Für eine 69-Jährige aus Seattle im US-Bundesstaat Washington führte eine vermeintlich harmlose Nasendusche zum Tod.

Wie das “International Journal of Infectious Diseases” berichtet, wollte die Frau, deren Namen nicht genannt wird, nur ihre Nasennebenhöhlenentzündung behandeln.

► Ihr Fehler: Bei der Nasendusche verwendete sie nicht wie empfohlen Salzwasser oder steriles Wasser, sondern Leitungswasser.

Dieses ließ sie zwar durch einen Wasserfilter laufen, allerdings sterilisiert dieser das Wasser nicht. Oft können dort sogar Keime entstehen, wie beispielsweise der NDR schreibt.

Nasendusche führt zu seltener lebensbedrohlicher Krankheit

Durch diesen Fehler kam es bei der Frau zu einer äußerst seltenen Infektion.

Das – wie sich später herausstellte – stark kontaminierte Wasser entzündete ihre Schleimhäute und löste schließlich eine sogenannte “granulomatöse amoebische Enzephalitis” aus. 

Amoeba, also kleine Einzeller, nisteten sich in ihrem Gehirn ein und fraßen dieses von innen auf. 

Über ein Jahr merkte sie nichts von der lebensgefährlichen Krankheit, die in ihr schlummerte. Ein schlimmer Ausschlag an ihrer Nasenscheidewand, der ein Symptom der Krankheit ist, wurde von den Ärzten übersehen.

Mehr zum Thema: Arzt denkt monatelang, Frau leide an Asthma – dann diagnostiziert er eine lebensgefährliche Krankheit

Experte: Es ist nicht ungewöhnlich, dass so lange keine Diagnose gestellt werden konnte

Keenan Piper, der die Studie der 69-Jährigen mitgeschrieben hat, erklärte der “Seattle Times”, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass es Ärzten nicht gelinge, die Krankheit zu diagnostizieren:

“Es ist eine so unglaublich seltene Krankheit, dass einfach niemand auf dem Radar hatte, dass eine wunde Nase etwas mit ihrem Gehirn zu tun haben könnte.”

Tatsächlich sind seit 1974 nur 109 Fälle in den Vereinigten Staaten bekannt. Von diesen endeten 90 Prozent tödlich.

So war es leider auch bei der Frau aus Seattle. Erst ein Jahr nach Beginn ihrer Beschwerden musste sie wegen eines Krampfanfalls in die Notaufnahme. Das war im Januar diesen Jahres. Die Ärzte hatten den Verdacht auf einen Tumor.

Frau verstarb einen Monat nach der Operation

Erst eine Untersuchung ihres Gewebes zeigte, unter welcher Krankheit die Frau wirklich litt.

Der operierende Arzt erzählte der “Seattle Times”: “Als ich diese Frau operierte, war ein Teil ihres Gehirns (...) nur noch blutiger Brei. Überall waren Einzeller, die die Gehirnzellen fraßen.”

Einen Monat später verstarb die Frau an den Folgen der seltenen Krankheit. 

Auch wenn eine solche Infektion als äußerst ungewöhnlich und selten von Medizinern gewertet wird: Es wird davor gewarnt, Leitungswasser bei Nasenduschen anzuwenden.

Wer diese mit Salz- oder sterilem Wasser verwendet, muss sich allerdings keine Sorgen machen.