LIFE
08/08/2018 15:11 CEST

Selbstbefriedigungs-Unfälle: Das sind die gefährlichsten Techniken

"Auf der Suche nach der perfekten Masturbation kennt die menschliche Kreativität scheinbar kaum Grenzen."

Simon Josefsson / EyeEm via Getty Images
Ein Urologe klärt über Gefahren bei der Masturbation auf. 
  • Jedes Jahr verletzen sich Hunderte bei der Masturbation.
  • Urologe Hubert John hat die häufigsten Masturbationsunfälle für eine medizinische Fachzeitschrift gesammelt. 

Experimente mit Rasierklingen, Schrauben, Spraydosen, Glühbirnen, Kerzen,  Gewehrmunition, Gemüse oder Sportgeräten.

Auf der Suche nach der perfekten Masturbation kennt die menschliche Kreativität scheinbar kaum Grenzen. Doch das geht nicht nur regelmäßig schief, sondern kann im schlimmsten Fall mit schweren Verletzungen oder dem Tod enden.

“Autoerotische Unfälle” nennen Mediziner das. Davon seien besonders Männer betroffen, schreibt Hubert John von der Urologie-Klinik in Winterthur. Er hat für die medizinische Fachzeitschrift “Journal für Urologie und Urogynäkologie” die häufigsten Arten von Masturbationsunfällen gesammelt. 

Mehr zum Thema:Ärzte warnen vor Sex-Trend unter Frauen: “Peegasm” verursacht Krankheiten

1. Selbstbefriedung mit dem Staubsauger

Masturbation mit dem Staubsauger mag zunächst sehr ausgefallen klingen. Dabei ist es laut dem Experten mit die häufigste Masturbationsverletzung:

► “In der urologischen Notfallsituation sind Penisstrangulationen und eingeführte Fremdkörper in der Harnröhre am häufigsten”, schreibt John. 

Und dazu zählt eben auch Staubsauger-Sex. Der könne zu “multiplen Riss-Quetsch-Wunden” führen, wenn man etwa den schlaffen Penis in den Staubsauger stecke. 

2. Fremdkörper in der Harnröhe

Nicht viel seltener müssten die Ärzte laut John Fremdkörper aus der Harnröhre entfernen. Beliebt seien dabei Fäden, Holzstückchen, Metallteile oder Wachs. Seltener aber besonders schmerzhaft seien Nadeln der Harnröhre.

3. Haushaltsgegenstände im Rektum

Die Alltagsgegenstände, die sich Menschen zum Lustgewinn über den Anus einführen, sind scheinbar wahllos und oft gefährlich: Rasierklingen, Schrauben, Stäbe, Spraydosen, Glühbirnen, Kerzen, Tischtennisbälle, Boccia-Kugeln, Gewehrmunition, Karotten, Gurken, Bananen oder Maiskolben.

► Die Größe des Gegenstandes übersteige in manchen Fällen das “anatomische Vorstellungsvermögen”, sagte John.

Viele der Gegenstände, die Menschen sich bei der Masturbation einführen, seien vorne kegelförmig und hinten flach. So könnten sie leicht eingeführt werden. Doch rutsche der Gegenstand zu tief ins Rektum, könnten die Betroffenen ihn nicht mehr selbst herausziehen. 

“Häufig wird der Gegenstand – um eine stärkere Stimulation zu erhalten – deutlich tiefer in das Rektum eingeführt, als ursprünglich geplant”, warnt der Urologe. In so einem Fall kann dann meist nur noch ein Arzt helfen.

4. Sauerstoffmangel durch Atemkontrolle

Was soll schon reizvoll daran sein, sich die Luft abzuschnüren? “Man vermutet, dass Sauerstoffmangel euphorisierend wirkt und zusammen mit einem Orgasmus soll es absolut Wahnsinn sein“, sagte der Brandenburger Rechtsmediziner Harald Voß zu “Focus Online”. Wie bei einem Drogenrausch  komme es im Gehirn zu einem Dopaminschub. 

Die Betroffenen trügen Gas- oder Latexmasken, besonders enge Korsetts, stülpten sich Plastiktüten über den Kopf oder hielten sich einfach Nase und Mund zu.

“Dass man bewusstlos wird, geht schneller als die Leute denken. Wenn zum Beispiel beide Halsschlagadern abgepresst werden, dauert es maximal 30 Sekunden”, sagt der Rechtsmediziner. Zugleich steigere das Gefühl der Ohnmacht oder der Gefahr das Empfinden.

Das koste allein in Deutschland bis zu 100 Menschen im Jahr das Leben, sagte Voß zu “Focus Online”. “Die Dunkelziffer ist ausgesprochen hoch.”

5. Abschnüren des Penis

Einige Männer bringen sich durch das Abschnüren ihrer Genitalien zum Orgasmus. Der Urologe warnt jedoch, dass das Unfallrisiko dabei aber besonders hoch sei. 

(ll)