POLITIK
23/06/2018 07:26 CEST | Aktualisiert 23/06/2018 09:20 CEST

Seehofer droht im Asylstreit Merkel: "Werden wir uns nicht gefallen lassen"

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TOBIAS SCHWARZ via Getty Images
Hat seit Wochen schlechte Laune: Horst Seehofer. 

Horst Seehofer hat im Asylstreit zu einer neuen Attacke auf Angela Merkel angesetzt. In der “Süddeutschen Zeitung” warf der Innenminister der Kanzlerin vor, sie habe an dessen Eskalation schuld. 

► ”Man hat im Kanzleramt aus einer Mücke einen Elefanten gemacht”, sagte Seehofer im Interview mit der “SZ”.  

► Es sei zudem höchst ungewöhnlich, dass Merkel ihm mit der Richtlinienkompetenz drohe, sagte Seehofer. “Das werden wir uns auch nicht gefallen lassen.”

Darum ist Seehofers Drohgebärde gegen Merkel wichtig: 

Seehofer hat Merkel ein Ultimatum gesetzt: Bis zum 1. Juli soll sie Zeit haben, eine europäische Lösung im Asylstreit zu erwirken.

Gelänge ihr dies nicht, werde er die Zurückweisung von aus der EU einreisenden Flüchtlingen anordnen, bekräftigte Seehofer in der “SZ” – und damit den Affront gegen die Kanzlerin wagen. 

“Es geht darum, dass man effektiv zurückweisen kann”, sagte Seehofer. “Dazu gehören für mich auch temporäre, anlassbezogene Kontrollen – auch an anderen Grenzübergängen als den drei stationär kontrollierten in Bayern.”

Was ihr noch über den Asylstreit wissen müsst: 

Das Interview in der “Süddeutschen Zeitung” ist ein weiterer Versuch Seehofers, die Schuld am Asylstreit der Bundeskanzlerin zuzuschieben.

Schon in einem Interview mit der “Passauer Neuen Presse” hatte sich der Innenminister vorsorglich als Opfer der Politik Merkels dargestellt.

Seehofer hatte in der Zeitung seinen Alleingang im Asylstreit gerechtfertigt: “Wenn man mit dieser Begründung einen Minister entließe, der sich um die Sicherheit und Ordnung seines Landes sorgt und kümmert, wäre das eine weltweite Uraufführung.”

(ujo)