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09/06/2018 09:21 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 10:37 CEST

Sachsen-Anhalt: Bürgermeister warnt vor Giftraupen – Hunderte Verletzte

"Bei uns in der Region herrschen katastrophale Zustände."

  • Eine Stadt in Sachsen-Anhalt kämpft mit dem giftigen Eichenprozessionsspinner.
  • Kürzlich wurde ein achtjähriges Mädchen durch die giften Härchen des Insekts verletzt.
  • Oben im Video seht ihr, warum das Insekt so gefährlich ist.

Der Bürgermeister der kleinen Stadt Seehausen in Sachsen-Anhalt, Rüdiger Kloth, schlägt Alarm: “Bei uns in der Region herrschen katastrophale Zustände”, sagt er der “Bild”-Zeitung,es gibt bereits mehrere Hundert Verletzte durch den Eichenprozessionsspinner.”

Dabei handelt es sich um eine Raupe, die von weißen Härchen überzogen ist. Was harmlos aussieht, kann gefährlich werden:

Denn die Härchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Kontakt mit der Haut kann eine allergische Reaktion folgen.

Seit Jahren breiten sich die Eichenprozessionsspinner in Sachsen-Anhalt, aber auch in Bayern oder Baden-Württemberg aus. Zu finden sind die Tiere an Eichenbäumen. 

Achtjähriges Mädchen schwer verletzt

Laut Bürgermeister Kloth werde die Lage in Seehausen von Jahr zu Jahr schlimmer. “Das Land bekämpft die Raupen bisher nur punktuell am Elberadweg”, kritisiert er in der “Bild”-Zeitung. Die Behandlung zeige aber keinen Erfolg. 

► Wie die “Bild” berichtet, seien die Härchen der Tiere nun auch auf den Hof einer Grundschule geflogen und hätten ein achtjähriges Mädchen dabei schwer verletzt. Die Reaktion sei so heftig gewesen, dass das Mädchen in Ohnmacht fiel. 

Klimawandel begünstigt Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners

Auch aus Nordrhein-Westfalen oder Bayern gab es in den vergangenen Tagen Berichte über die giftigen Raupen. In Münster trete der Eichenprozessionsspinner dieses Jahr besonders massiv auf, berichtet die Lokalzeitung “Münstersche Zeitung”.

Laut der “Augsburger Allgemeinen” breite sich das Tier auch in Schwaben immer weiter aus, betroffenen seien nun auch Gebiete, in denen das Insekt vor einigen Jahren noch gar nicht heimisch war. 

“Mit dem Klimawandel hat sich der Eichenprozessionsspinner nun aber von Unterfranken bis nach Südbayern ausgebreitet”, erklärt Forstexperte Hubert Meßmer. Die wärmeren Temperaturen kommen dem Insekt entgegen. 

Meßmer geht davon aus, dass sich das Problem in ein paar Jahren von selbst lösen wird. “Fressfeinde wie Vögel, Käfer oder Wanzen müssen sich erst an ihn gewöhnen”, sagt der Experte der “Augsburger Allgemeinen”. 

(chr)